Europawahl am 26. Mai

Zur Europawahl zeichnet sich hohe Beteiligung in Essen ab

Im Wahlamt am Koppstadtplatz können Wähler ihre Stimme für die Europawahl bereits abgeben.

Im Wahlamt am Koppstadtplatz können Wähler ihre Stimme für die Europawahl bereits abgeben.

Foto: Müller

Essen.   Zur Europawahl zeichnet sich eine hohe Beteiligung ab. Darauf deutet die Zahl der Briefwahlanträge hin. Mit rund 65.000 liegt sie höher als 2014.

Bei der Europawahl am 26. Mai zeichnet sich in Essen eine hohe Wahlbeteiligung ab. Nach Angaben des Amtes für Statistik, Stadtforschung und Wahlen haben knapp eine Woche vor dem Urnengang bereits rund 65.000 Wahlberechtigte Anträge auf Briefwahl eingereicht. Wahlleiter Rüdiger Lohse schätzt, dass diesmal mehr als jeder zweite stimmberechtigte Essener von seinem Wahlrecht gebrauchen machen wird. Stimmberechtigt sind rund 416.000 Bürger, darunter rund 1200 EU-Ausländer mit Wohnsitz in Essen.

Zum Vergleich: Bei der Europawahl 2014 beantragten insgesamt 61.222 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen. Die Wahlbeteiligung lag vor fünf Jahren bei 47,4 Prozent. Für eine Europawahl war die Beteiligung damit hoch. Allerdings fand die Europawahl 2014 zeitgleich mit der Kommunalwahl statt. „Wer damals Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl angefordert hat, dürfte Unterlagen für die Europawahl gleich mitbeantragt haben“, vermutet Rüdiger Lohse.

Bei den Europawahlen 2009 und 2004 war die Wahlbeteiligung in Essen niedriger

Dass die Zahl der Briefwahlanträge bereits über der von 2014 liegt, spricht dafür, dass das Interesse an Europa, warum auch immer, gestiegen ist. Bei vorangegangenen Wahlen zum europäischen Parlament fiel die Beteiligung deutlich niedriger aus. 2009 gaben 38,1 Prozent der Essener Wahlberechtigten ihre Stimme ab, bei der Europawahl 2004 lag die Beteiligung mit 38,3 Prozent geringfügig höher.

Rüdiger Lohse ist diesmal vorsichtig optimistisch, „dass wir die 50 Prozent packen“. Der Wahlleiter weist aber daraufhin, dass die Wahlberechtigten eine Woche länger Zeit haben, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben. Der Gesetzgeber hat die dafür vorgesehene Frist von fünf Wochen vor dem Wahltermin auf sechs Wochen verlängert. „Möglicherweise macht der ein oder andere Briefwahl, der sonst ins Wahllokal gegangen wäre“, so Lohse.

Anträge auf Briefwahl sollten spätestens bis Mittwoch, 22. Mai, beim Wahlamt eingehen

Briefwahlunterlagen können beim Wahlamt beantragt werden. Name, Adresse, Geburtsdatum und Unterschrift genügen. Länger als bis Mittwoch, 22. Mai, sollte man sich mit einem Antrag allerdings nicht Zeit lassen, rät Rüdiger Lohse. „Sonst könnte es knapp werden bis zum Wahltag. Der Antrag auf Briefwahl kann auch online gestellt werden.

Die Stimmabgabe im Wahlamt am Kopstadtplatz 10 ist noch bis Freitag, 24. Mai, 18 Uhr, möglich. Mehr als 5500 Wahlberechtigte haben davon bereits Gebrauch gemacht. 230 Wahllokale für 322 Stimmbezirke öffnen am Sonntag von 8 bis 18 Uhr.

  • Alle Stimmberechtigten Bürger sollten bis zum 5. Mai ihre Wahlbenachrichtigungskarte erhalten haben. Auf der Karte stehen der Wahlbezirk und der Wahlraum, in dem die Stimme abgegeben werden kann. Die Adresse kann auch unter der Hotline mit der Rufnummer 88 12345 erfragt werden. Die Stimme kann auch unter Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses abgegeben werden.
  • Bei der Europawahl 2014 schnitten die größten Parteien in Essen so ab. SPD, 36,9 Prozent; CDU, 29,5 Prozent; Grüne, 10,1 Prozent; AfD, 6 Prozent; Linke, 5,5 Prozent; FDP, 3,8 Prozent.

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