Drogenprozess

9,5 Jahre Haft für Fröndenberger in Drogenprozess

Der Fröndenberger wurde zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Fröndenberger wurde zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Foto: dpa, Friso Gentsch

Fröndenberg/Hagen.   Der 48-jährige Fröndenberger, der unter anderem 400.000 Ecstasy-Pillen über die Grenze geschmuggelt haben soll, akzeptiert die Haftstrafe nicht.

Der 48-jährige Fröndenberger, der am Landgericht Hagen zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt worden ist, geht in Revision.

Sein Kompagnon, mit dem er mehrere große Drogenlieferungen aus dem Ausland nach Deutschland geschmuggelt haben soll, hat indes die Haftstrafe von acht Jahren akzeptiert – dessen Strafe ist somit rechtskräftig.

177 Kilogramm Heroin

Zwei Jahre lang wurde am Landgericht Hagen gegen den 48-jährigen Mann aus Fröndenberg und seinen Komplizen verhandelt. Er soll „in großem Umfang an der Organisation und Durchführung von Drogentransporten zwischen der Türkei und Deutschland, sowie zwischen den Niederlanden und der Türkei beteiligt gewesen“, heißt es seitens des Landgerichtes. 177 Kilogramm Heroin, 400.000 Ecstasy-Tabletten – Rauschgift mit einem Verkaufswert in siebenstelliger Höhe – wurden dem Angeklagten in der Verhandlung zur Last gelegt.

Halbautomatische Schusswaffen

Der Richter verurteilte den Fröndenberger zur neun Jahren und sechs Monaten Haft wegen „gemeinschaftlicher Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ sowie Besitzes von halbautomatischen Schusswaffen. Gegen das Urteil des Landgerichtes geht der Fröndenberger allerdings in Revision, so dass es noch nicht rechtskräftig ist und er vorerst in Untersuchungshaft sitzt – im Gegenteil zu dem Urteil seines mutmaßlichen Komplizen aus Rotterdam. Denn der Komplize hat seine Haftstrafe von acht Jahren akzeptiert. Die um eineinhalb kürzere Haftstrafe resultiert daraus, dass der Mann aus dem niederländischen Rotterdam einerseits ein anderes Vorstrafenregister hat, andererseits wurde ihm kein Vorwurf wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gemacht.

Das Gerichtsverfahren hat sich aus mehreren Gründen über zwei Jahre und insgesamt 87 Verhandlungstage gezogen. So waren die Angeklagten nicht geständig, außerdem mussten Zeugen per Videoverhör aus dem Ausland befragt werden (WP berichtete) – was organisatorisch eine große Herausforderung war. „Bei 87 Verhandlungstagen fällt natürlich eine Menge an Kosten an“, erklärt Gerichtssprecher und Vorsitzender Richter am Landgericht Hagen Dieter Krause.

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