Kriminalstatistik

Anstieg von Gewalttaten: Polizei fehlt es an einer Erklärung

Die Anzahl an Gewalttaten hat in Fröndenberg im vergangenen Jahr zugenommen.

Die Anzahl an Gewalttaten hat in Fröndenberg im vergangenen Jahr zugenommen.

Foto: Maurizio Gambarini

Fröndenberg.   Bei Verdopplung der Körperverletzungen ist kein Schwerpunkt zu erkennen. Ein versuchtes Tötungsdelikt: Mann versuchte seine Frau zu erwürgen.

Die Kreispolizei kann sich die steigende Zahl an Straftaten in Fröndenberg nicht erklären. Beispielsweise die Verdopplung der Körperverletzungen im vergangenen Jahr lasse sich nicht auf einen Schwerpunkt eingrenzen. Eine genaue Strategie, wie die Lage in den Griff zu kriegen ist, habe die Polizei noch nicht.

Ein versuchtes Tötungsdelikt weist die Statistik für Fröndenberg zudem auf: Ein Mann hatte im Vollrausch versucht, seine Frau zu erwürgen.

Gegen den Trend

„Fröndenberg war noch nie eine Kriminalitätshochburg“, sagt Polizeisprecher Thomas Röwekamp auf Nachfrage der Westfalenpost. Auffällig ist allerdings, dass die Zahl der Straftaten laut der neusten Kriminalstatistik der Polizei zwar zurückgegangen ist – Fröndenberg da als negative Ausnahme im Städtevergleich aus dem Rahmen fällt (WP berichtete).

Wurden im Jahr 2017 noch 48 Fälle von Körperverletzung angezeigt, so wurden im vergangenen Jahr mit 86 Fällen fast doppelt so viele Anzeigen gestellt. Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung haben sich sogar fast verdreifacht (von 7 auf 20). „Wir können keinen Schwerpunkt erkennen. Das können wir uns nicht anders erklären, als dass da Leute im privaten Umfeld einfach an­einander geraten“, erklärt Thomas Röwekamp. Weder in der Fröndenberger Innenstadt noch sonst wo im Stadtgebiet gebe es beispielsweise eine Lokalität, zu der die Einsatzkräfte besonders häufig ausrücken müssen.

Ob es sich bei diesen steigenden Fallzahlen um Ausreißer handele oder ob für dieses Jahr ähnlich hohe Zahlen zu erwarten sind, lasse sich noch nicht einschätzen. Ebenfalls könne noch nicht gesagt werden, mit welcher Strategie die Polizei diesem Anstieg, besonders an Körperverletzungsdelikten, Herr werden wolle: „Im Rahmen der Möglichkeiten werden wir unser Augenmerk darauf legen“, äußert sich der Polizeisprecher zunächst nur vage.

Viel Alkohol

Während in der Kriminalstatistik für das Jahr 2017 das Kästchen bei „Straftaten gegen das Leben“ in Fröndenberg leer geblieben war, so steht dort für das Jahr 2018 eine Eins. „Dabei handelt es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt“, berichtet Thomas Röwekamp. Es handelt sich um einen Fall von häuslicher Gewalt.

Bei einem Streit zwischen Eheleuten hatte ein Mann versucht, seine Frau zu erwürgen. Die Tat hatte sich im Mai vergangenen Jahres in der Wohnung des Paares ereignet. Es sei viel Alkohol geflossen. Ein weiterer Anwesender konnte den Gatten davon abhalten, die Tat zu vollenden.

Ein Lichtblick: In Hinblick auf die Aufklärungsquote der Taten fällt Fröndenberg positiv auf. Wurden kreisweit 51,2 Prozent aller Straftaten aufgeklärt, so waren es in Fröndenberg im vergangenen Jahr 56,5 Prozent.

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