KFD-Demo

Bistum Paderborn fordert Geduld von protestierenden Frauen

Demonstration der KFD Fröndenberg vor der Kirche St. Marien nach den Weggang vomn Pfarrer Wohlgemuth.

Demonstration der KFD Fröndenberg vor der Kirche St. Marien nach den Weggang vomn Pfarrer Wohlgemuth.

Foto: Thomas Hagemann

Fröndenberg.  Das Erzbistum Paderborn fordert Geduld von den demonstrierenden Frauen in Fröndenberg. Das macht die Katholikinnen aber umso entschlossener.

Das Erzbistum Paderborn fordert von der Fröndenberger KFD „gegenseitiges Vertrauen und Geduld“. Personaldezernent Monsignore Andreas Kurte hatte gemeinsam mit Konflikt- und Beschwerdemanager Thomas Wendland der Gemeinde einen Besuch abgestattet, nachdem die katholische Frauenbewegung für eine „menschliche Kirche“ demonstriert hatte. Hintergrund war der Rücktritt von Pfarrer Norbert Wohlgemuth.

„Geduld haben wir schon lange gehabt. Wir müssen das Thema forcieren“, sagt Regina Dirksmeyer von der KFD St. Marien. „Es geht nicht nur um den Weggang von Pfarrer Wohlgemuth.“ Regina Dirksmeyer zeigt sich entschlossen: „Wir kämpfen. Unsere Kirche soll eine moderne Kirche sein.“

Gut 100 Besucher waren zu dem Gedankenaustausch zwischen KFD und Bistum gekommen. Die Bistumsverantwortlichen sind am Tag danach um Konsens bemüht. Die Bistumsleitung gehe auf die Frauengemeinschaft und die Verantwortlichen des Pastoralverbundes zu, erklärt das Bistum in einer Pressemitteilung. Natürlich gebe es zu den „nicht immer einfachen Themen“ wie dem Zölibat, der Rolle der Frau in der katholischen Kirche oder dem Umgang mit Macht „verschiedene Ansichten und kontroverse Meinungen“, heißt es.

Demo in Fröndenberg

Betroffene: Frauen nur für Waffelteig gefragt

Regina Dirksmeyer zeigt sich überwältigt von der großen Resonanz und sagt: „Es brodelt sehr.“ Für sie sei das Bistum Paderborn mehr als andere Bistümer seiner Zeit hinterher. Es gehe um viel mehr. „Frauen in der Kirche sind doch nicht gefragt, nur wenn wir Waffelteig machen sollen.“ Selbst die Weiterbildung müsse man als Ehrenamtlicher noch selbst bezahlen, kritisiert Dirksmeyer. Nach dem Wohlgemuth-Abschied befürchtet die Gemeinde chaotische Zeiten.

„Es war ein intensiver Austausch in einem insgesamt guten Ton, bei dem die Anwesenden kritisch ihre Sorge um die Kirche zum Ausdruck gebracht haben“, sagt Bistumsvertreter Andreas Kurte. Allerdings könne nicht jede Forderung auch gleich umgesetzt werden. „Nicht alles lässt sich auf einmal klären.“ Der Monsignore wirbt um Verständnis für komplizierte kirchliche Entscheidungswege: „Was auf der Ebene der Weltkirche zu entscheiden ist, muss dort entschieden werden. Was wir in unserem Erzbistum tun können, sollten wir angehen.“

Die Frauen verbünden sich jetzt mit Mitgliedern aus anderen Gemeinden: „Wir kämpfen“, sagt Dirksmeyer. „Das wissen die nun auch in Paderborn. Wenn die so weitermachen, können die was erleben.“

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