Blumenkunsttage

Blumenkunsttage locken mit 54 Stationen durch Fröndenberg

Englischer Rasen sieht anders aus: Eine der 54 Stationen zeigt einen überwucherten Kicker. Das Grün hat eine entschleunigende Wirkung und verleiht dem Werk Gemütlichkeit.

Englischer Rasen sieht anders aus: Eine der 54 Stationen zeigt einen überwucherten Kicker. Das Grün hat eine entschleunigende Wirkung und verleiht dem Werk Gemütlichkeit.

Foto: Kristina Gajer

Fröndenberg.   An 54 Stationen zeigen Geschäftsleute und Privatpersonen Blumenkunst. Schon Pläne fürs nächste Jahr.

Ob bepflanzte Schuhe aus der Wurstküche oder Gurkenkonserven, aus denen Alpenveilchen wachsen: seit dem 30. Mai sind die Blumenkunsttage in Fröndenberg und lassen die Stadt zum vierten Mal in Folge in bunten Farben erstrahlen.

Direkt zum Auftakt der kreativen Wochen sei sehr viel los gewesen, sagt Organisatorin Bettina Sattelberger. „Viele Fußgänger machen Fotos. Das macht mich stolz.“

Viele Aussteller sind Geschäftsleute, aber auch Privatpersonen stellen Blumeninstallationen vor die Tür. Zum ersten Mal nimmt auch der Katholische Kindergarten Sankt Marien aus Fröndenberg teil. Anwohner inspirieren die bunten Beete, sie frischen nach und nach auch die eigene Bepflanzung auf.

Mittelpunkt der Route

Es gibt insgesamt 54 Stationen, die man in rund eineinhalb Stunden ablaufen kann. Mittelpunkt der Route ist der Marktplatz. „Dort tummeln sich die meisten Leute, weil viele Arrangements geballt sind“, sagt Sattelberger beim Rundgang. Die Stationen sind nicht jedes Jahr gleich besetzt. Sie wechseln zwischen den Ausstellern, damit die Installationen immer an anderen Orten sind.

Die Geschäfte passen ihre Installationen an: Der Metzger hat seine alten Gurkendosen und Metzger-Stiefel zu Blumentöpfen umfunktioniert, das

Café bepflanzt Tassen und Privatleute erwecken Küchen- und Haushaltsgegenstände zum Leben. „Ganz viele Leute geben sich sehr viel Mühe und fühlen sich verpflichtet, etwas schönes zu gestalten. Es haben sich auch schon für nächstes Jahr Leute angemeldet“, sagt Sattelberger.

An der Linde auf dem Marktplatz haben es sich Eulen gemütlich gemacht. In Anlehnung an die Eule, eine Straße in Fröndenberg, hängen an der Linde kleine Eulenhäuser, die aus alten Abwasserrohren gebaut wurden. Getreu dem Motto: aus alt mach neu.

Sessel vom Sperrmüll

So sind unter anderem Sessel vom Sperrmüll verarbeitet worden. „Wir haben sie einfach gemopst, angestrichen und bepflanzt“, sagt Bettina Sattelberger. Untereinander wird ausgetauscht; alles, was zu gebrauchen ist, wird wiederverwendet „die alten Rohre an der Linde hatte der Blumenladen letzes Jahr in seiner Installation eingebaut“. Alte, umfunktionierte Kleidung ist auch dieses Jahr der Renner: Vor allem die ausgestopften Hosen, die eine Schubkarre

schieben, sind ein Hingucker. In anderen Installationen sind ebenfalls alte Materialien wiederverwendet worden wie etwa ein Fußball der aufgeschnitten und als Blumentopf umfunktioniert wird.

Nicht nur Fußgänger, sondern auch Fahrradfahrer, die auf dem Ruhrradweg fahren, seien interessiert an den Installationen in der Stadt, wie Sattelberger beobachtet. Für nächstes Jahr ist sie sicher: „In Zukunft fange ich früher an, dann ist es nicht so hektisch.“

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