Jugendarbeit

Drei Schulterpaare leiten die Jugend des SV Bausenhagen

Erfolgskonzept: In diesem Jahr richtete der SV Bausenhagen die Hallenstadtmeisterschaft.

Foto: Privat

Erfolgskonzept: In diesem Jahr richtete der SV Bausenhagen die Hallenstadtmeisterschaft.

Bausenhagen.   Drei Gesichter prägen die Jugendarbeit des SV Bausenhagen: Kevin Loer, Marcel Baus und Josef Horenkamp, der 40 Jahre lang Jugendleiter war.

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„Entscheidend is auf’m Platz“, weiß nicht nur der fußballbegeisterte Volksmund. Dass es damit aber noch längst nicht alles gewesen sein kann, dafür macht man sich beim SV Bausenhagen seit jeher stark.

In unserer Serie über Gesichter der Jugendarbeit stellen wir deshalb drei prägende Köpfe aus der Palz vor. Augenzwinkernd wandert der Blick zu dem Angesprochenen hinüber. „Auch zusammengerechnet sind wir beiden noch deutlich jünger als Jupp“, sagt Kevin Loer grinsend. Er meint damit sich und Marcel Baus, 24 beziehungsweise 27 Jahre alt. Seit gut zwei Jahren führen die beiden nun ganz offiziell die Jugendabteilung des SV Bausenhagen, ein Jahr lang waren sie auf die Amtsübernahme vorbereitet worden. Von ihrem Vorgänger, dem eben angesprochenen „Jupp“, Josef Horenkamp.

Bestimmung außerhalb des Platzes

40 Jahre lang war Horenkamp Jugendleiter, hat fünf Vorsitzende des Gesamtvereins „überlebt“ und nach eigener Schätzung 900 verschiedene Kinder und Jugendliche in den Mannschaften erlebt. „Auch mit 40 Grad Fieber war er immer da, immer zuverlässig“, würdigt ihn der Vorsitzende Christoph Meisel. Horenkamps Maxime war immer: „Jeder bekommt bei uns seinen Platz und die Möglichkeit, den Sport, den er liebt, zu betreiben. Auch wenn er mit dem Fußball nicht das allergrößte Talent ist. Manche finden dann noch ihre wahre Bestimmung irgendwo außerhalb des Platzes.“

Genauso darf Horenkamp, der dem neuen Team weiter mit Rat und Tat zur Seite steht, mit Stolz auf sportliche Erfolge und ehemalige Kicker des SVB verweisen. Paul Besong, der erste fußballerische Schritte in der Palz machte, kickt nun in der U19-Bundesliga für den BVB.

Und auch Kevin Loer und Marcel Baus können Aufstiege und gute Platzierungen ihrer Teams aufzählen, zuletzt von A- und E-Jugend. „Aber sportlichen Erfolg erzwingen wir nicht. Nur wenn man mit Freude kommt, wird man möglicherweise Erfolg haben,“ so Baus. Schon vor über zehn Jahren trainierte der nun 27-Jährige erstmals ein Fußball-Team. „Als mich Jupp Horenkamp ansprach, ob ich mir den Posten des Jugendleiters zutrauen würde, konnte ich das auf jeden Fall.“ Aber, so ergänzt Kevin Loer: „Es war klar: was der Jupp in all den Jahren geleistet hat, muss jetzt auf mehrere Schultern verteilt werden. Also kam ich dazu.“

Die Aufgabenteilung funktioniert, teilweise festgelegt, teilweise wird spontan entschieden. Als Jugendvorstand des SVB haben sie alle Mannschaften mit ihren Trainern im Blick, koordinieren Spiel- und Trainingszeiten, melden die Mannschaften an, verwalten Spielerpässe und sind Ansprechpartner für alle Seiten. Und zudem sind beide noch als Jugendtrainer unterwegs. „Selber aktiv in der Herrenmannschaft zu spielen, ist dann aber kaum noch möglich“, so Kevin Loer über ausgefüllte Wochenenden und Abende in der Woche.

Das erste Stockbrot

Marcel Baus trainiert die C-Jugend der JSG Palz Hellweg, eine Spielgemeinschaft der Vereine aus Bausenhagen, Hemmerde und Lünern. Auch hier setzt er sein Credo in die Tat um. Dass man eben mehr ist als nur sportlicher Übungsleiter. Was einer seiner Schützlinge im Team, Luca Beyer, bestätigt: „Marcel ist einfach total menschlich. Mit ihm kann man über alles reden.“

Zahlreiche Aktivitäten außerhalb von Rasenplatz und rundem Leder prägen die SVB-Jugendabteilung. Zum Beispiel Zeltlager. „Da hat sich mal ein kleiner Junge so sehr gefreut, als er das erste Mal Stockbrot backen konnte“, so Baus. „Mannschaftssport und diese Gemeinschaft auch außerhalb des Platzes sollte eigentlich jedes Kind mal mitgemacht haben“, erzählt er weiter. Hier lerne man Werte fürs Leben.

Und wenn es auf und neben dem Platz mal hitzig wird? Kevin Loer: „Wir versuchen, gerade in diesen Momenten ruhig zu bleiben.“ Und eine Sache will Marcel Baus unbedingt noch erzählen: Vor einiger Zeit lag sein Team vor Schluss knapp vorne, als im Tornetz der Ball durch ein kleines Loch gerollt war – für den Schiedsrichter war es nicht sicher zu erkennen. „Unser Torwart hat auf Nachfrage sofort gesagt, dass der Ball drin war. Ich bin mir sicher, dass fast alle unserer Spieler so reagieren würden.“

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