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Erdgastankstelle an Westicker Straße vor dem Aus

Foto: WP

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Fröndenberg. Seit 2002 befindet sich die Erdgastankstelle der Stadtwerke Fröndenberg auf dem Gelände der Total-Tankstelle, Westicker Straße 58. Nun steht sie vor dem Aus. Am 11. August prüfen und entscheiden die Stadtwerke gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, ob sich eine Sanierung der 80 000 Euro teuren Kompressionsanlage noch lohnt.

„Wir hatten uns von der Erdgastankstelle einiges versprochen, weil man weniger Schadstoffe produziert und Erdgas im Vergleich zu normalem Benzin preiswerter ist“, sagt Bernd Heitmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg, die die Tankstelle nur ungern schließen möchten.

Netz wird weltweit dichter

Dank moderner Einhand-Füllkupplungen ist das Tanken von Erdgas kinderleicht und sicher. In Deutschland gibt es mehr als 900 Erdgastankstellen. Ihre Zahl steigt kontinuierlich an und auch weltweit wird das Netz immer dichter. Italien wartet derzeit mit 780 Tankstellen auf (hier empfiehlt sich die Mitnahme eines Tankstutzen-Adapters), Österreich und Schweiz jeweils mit gut 170 bzw. 130 Tankstellen.

2014 wurden laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes insgesamt mehr als 9100 Pkw und Nutzfahrzeuge mit Erdgasantrieb neu zugelassen – das entspricht einem bundesweiten Marktanteil von 0,2 Prozent. Wer größere Strecken über Autobahnen hinlegt, kann vor einem Problem stehen. „Nicht überall ist die Möglichkeit gegeben, Erdgas zu tanken“, sagt Bernd Heitmann. Der Fahrzeugbestand mit Flüssigbenzin hat sich im Vergleich zu Erdgas deutlich besser entwickelt. Auch die Fortschritte der Hybrid- und Elektrotechnik nehmen zu. „Politisch wird mehr und mehr auf Hybrid gesetzt“, erzählt Bernd Heitmann und ergänzt: „Ich bedaure das sehr, weil ich an das Erdgasprojekt geglaubt habe. Es ist umweltfreundlicher und günstiger.“

Im vergangenen Jahr wurden nur rund 40 000 Kilogramm Erdgas an der Westicker Straße verkauft. Davon haben allein die Stadtwerke Fröndenberg 7500 Kilogramm verbraucht. Letztendlich gingen demnach nur 32 500 Kilogramm an die Kunden – zu wenig, um mit der Erdgastankstelle an der Westicker Straße schwarze Zahlen zu schreiben.

Sollten sich die Stadtwerke im August zur Schließung entschließen, bestehen Ausweichmöglichkeiten nach Bösperde oder Unna.

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