Kinderbetreuung

Fröndenberg erhält Anteile aus Kita-Rettungspaket

Gemeinsam spielen: Keine andere Kommune des Kreises hat so hohe U3-Betreuungszahlen wie Fröndenberg.

Gemeinsam spielen: Keine andere Kommune des Kreises hat so hohe U3-Betreuungszahlen wie Fröndenberg.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Fröndenberg.  Fröndenberg profitiert von freiwilligen Zuschüssen für die Kindertageseinrichtungen. Vom Land gibt es nun noch einmal zusätzliche Unterstützung.

„Der Trend, der bestimmend ist, ist: Wie stellen wir die Tagesbetreuung für Kinder sicher?“, bringt es Sozialdezernent Torsten Göpfert auf den Punkt. Denn in Fröndenberg sind die U3-Betreuungszahlen so hoch wie in keiner anderen Kommune des Kreises Unna, die kein eigenes Jugendamt hat.

Große Herausforderungen in Fröndenberg

Tagesmütter und -väter zu finden, sei eine „große Herausforderung“, so Göpfert. Denn: Eltern nehmen die Betreuungsleistungen des Kreises immer früher an, was von der Politik ausdrücklich so gewünscht sei. Gleichwohl sei dies ein großer Kostentreiber für den Kreis, der mit seinem Jugendamt für die Städte Fröndenberg, Holzwickede und Bönen mit zuständig ist. Im vergangenen Jahr ist in Fröndenberg die DRK-Kita Villa Kunterbunt um eine sechste Gruppe erweitert worden, gleichzeitig ist das ehemalige Bonhoeffer-Haus mit zwei Übergangsgruppen an den Start gegangen.

Seit 2016 stiegen die U3-Betreuungszahlen in der Ruhrstadt stetig an. Von 121 auf nunmehr 150 Kinder. Einen Grund hierfür sieht Kreisjugendamtsleiterin Katja Schuon in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Mütter und Väter wollen immer schneller wieder zurück in den Beruf“, sagt Schuon. Um die Lage im Kreis besser einschätzen zu können, finden zudem regelmäßige Gespräche mit den Trägern und Leitern der Kindertageseinrichtungen in Bönen, Holzwickede und eben Fröndenberg statt.

Freiwillige Zuschüsse steigen stark

Ähnlich wie der Bedarf in Fröndenberg entwickeln sich unterdessen auch die Betriebskostenzuschüsse, die der Kreis an die Träger der Einrichtungen überweist. Diese richten sich nach den pro Kind gewährten Kindpauschalen, die je nach Träger variieren. Neben den gesetzlichen Zuschüssen erhalten Elterninitiativen und sogenannte „arme Träger“ wie Awo und DRK den vollen Anteil als freiwilligen Zuschuss. Kirchliche Träger hingegen erhalten sechs Prozent der Kindpauschale. Knapp 400.000 Euro an freiwilligen Zuschüssen sind 2018 so an die Träger in die Ruhrstadt geflossen. 2017 weist die Statistik des Kreises noch rund 250.000 Euro aus.

So brachte es Dezernent Torsten Göpfert in der letzten Ratssitzung vor der politischen Sommerpause auch auf den Punkt: „Fröndenberg bekommt einen großen Schluck aus der differenzierten Kreisumlage.“ Denn die differenzierte Kreisumlage, die in den kommenden Jahren weiter steigt, regelt die Abgabe der Städte ohne eigenes Jugendamt, für die der Kreis einspringt. Zum Vergleich: Holzwickede erhält mit 360.000 Euro in 2018 deutlich weniger freiwillige Zuschüsse als die Ruhrstadt.

Land gibt Mittel aus Kita-Rettungspaket frei

Und für Fröndenberg bedeutet das noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die Awo-Kita auf dem Mühlenberg wird in diesem Jahr um eine vierte Gruppe erweitert, der Ersatzneubau der Kita St. Marien am Schmallenbach-Haus ist für Anfang 2020 geplant.

Gleichzeitig hat das Land zusätzliche Mittel im Rahmen der Reformierung des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) auf den Weg gebracht. Auch an den Kreis Unna wird im Zuge eines Kita-Rettungspaket und auf Basis eines Übergangsgesetzes bis zur Novelle des Kibiz eine größere Summe fließen, die der Kreis noch nicht genauer beziffern kann. Die Mittel sollen zur Qualitätssicherung in der Kindertageseinrichtungen genutzt werden. Mit dem neuen Kibiz sollen ab dem kommenden Kita-Jahr rund 1,3 Milliarden Euro mehr investiert werden.

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