REICHSPOGROMNACHT

Fröndenberg gedenkt der Eichengrüns

Der Eingang zum Haus der Familie Eichengrün am Kirchplatz in Fröndenberg: Das Haus wurde 1963 abgerissen.

Foto: Stadtarchiv Fröndenberg

Der Eingang zum Haus der Familie Eichengrün am Kirchplatz in Fröndenberg: Das Haus wurde 1963 abgerissen. Foto: Stadtarchiv Fröndenberg

Fröndenberg.   Schläger griffen in der Reichspogromnacht die jüdische Familie Eichengrün an. Daran erinnert Fröndenberg in Kürze.

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Geschichte ist immer konkret. Hinter Geschichte stehen Geschichten von Menschen. Geschichte trägt Namen. Die Erinnerung an die Pogromnacht in Fröndenberg trägt den Namen Eichengrün.

Die Familie Eichengrün, die in einem Bruchstein-Haus am Kirchplatz in Fröndenberg, wurde Opfer des Wütens von Schlägern in der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Stadtarchivar Jochen von Nathusius: „Der Vater verstarb in Folge von Misshandlungen während der Pogromnacht, die Mutter zog zu Anverwandten nach Menden, ein Sohn starb unter ungeklärten Umständen Ende der 1930er Jahre in Schlesien.“ Lediglich die beiden Töchter der Eichengrüns konnten entkommen; sie flohen nach Palästina.

Stolpersteine

Das Haus der Eichengrüns stand leer und wurde zum sogenannten „Judenhaus“. Die Familien Bernstein und Neufeld wurden dort zwangseinquartiert; sie mussten ihre angestammten Häuser verlassen. Noch einmal Jochen von Nathusius: „In Erinnerung an die Familie Eichengrün wurden vor der ehemaligen Hausstätte im Gehweg hinter der Kirche vor einigen Jahren Stolpersteine gesetzt.“

„Tagesordnungspunkt Judenmord“

Am Freitag, 10. November, 18.30 Uhr, treffen sich Bürgerschaft sowie Vertreter aller im Rat vertretenden Parteien, Vertreter der Fröndenberger Kirchengemeinden und der jüdischen Gemeinde in Unna.

Anschließend erinnert der Historiker Ludger Joseph Heid von der Uni Duisburg an die Wannseekonferenz von 1942. Der Vortrag in der Stiftskirche heißt „Tagesordnungspunkt Judenmord“. „Das erhalten gebliebene Protokoll“, sagt Jochen von Nathusius, „über die ,Besprechung mit anschließendem Frühstück’ dokumentiert in kaum verklausulierter Form den Gesamtplan zur Ermordung der europäischen Juden.“ Im Nazi-Jargon hieß er „Endlösung“. Privatdozent Heid stellt und beantwortet die Frage: „Was waren das für Männer, die sich an diesem Menschenverbrechen beteiligten, und was wurde aus ihnen?“

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