Wirtschaft

Fröndenberg: Stadtwerke-Fusion in trockenen Tüchern

Eine gemeinsame Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Fröndenberg und Wickede hat es bereits im Februar 2020 gegeben. Nun ist die Fusion formal durch.

Eine gemeinsame Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Fröndenberg und Wickede hat es bereits im Februar 2020 gegeben. Nun ist die Fusion formal durch.

Foto: Andreas Dunker

Fröndenberg/Wickede.  Die entsprechenden Gremien haben nun in Fröndenberg und Wickede der Stadtwerke-Fusion zugestimmt. Erneuerbare Energien sind eine Herausforderung.

Die Fusion der Gemeindewerke Wickede mit den Stadtwerken Fröndenberg ist in trockenen Tüchern. Nachdem bereits der Gemeinderat Wickede einstimmig für die rückwirkende Fusion stimmte, hat sich der Fröndenberger Rat dem einstimmigen Votum angeschlossen. Noch-Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann hatte zuvor nochmals eindringlich für die Verschmelzung geworben.

Netzausbau als Herausforderung

„Die Fusion ist der letzte Schritt einer langen Entwicklung“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann. Denn die ersten Weichen sind – zumindest indirekt – bereits 2004 gestellt worden. Damals hatten die Gemeindewerke Wickede das Gasnetz von RWE übernommen und dieses später an die Fröndenberger Stadtwerke verpachtet; der Pachtvertrag läuf noch bis Ende 2024. Drei Jahre später, 2007, übernahm man zudem das Stromnetz sowie die technische Wartung und einige Mitarbeiter aus der Nachbargemeinde. Seit Anfang 2019 wird der Großteil des operativen Geschäfts ohnehin aus der Ruhrstadt heraus gestemmt.

„Ökonomisch und strategisch ist diese Fusion geboten“, betonte Heitmann. Denn um Dumping-Preisen auf dem Energiemarkt entgegentreten zu können, sei es für das Bestehen beider Stadtwerke unabdingbar. Dabei kommen laut Heitmann noch einige Herausforderungen auf das neue Fusions-Unternehmen zu. Die Themen E-Mobilität oder die steigende Zahl an Haushalten, die selbst Strom ins Netz einspeisen, stehen dabei ganz oben auf der Agenda. „Der Netzausbau ist mit erheblichen Kosten verbunden“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer.

„Die Verträge sind kein Hexenwerk“, erklärte Heitmann den Ratsmitgliedern. Denn: „Für uns ändert sich nichts.“ Die Synergien seien ohnehin vorhanden. „Es wäre ein 34.000-Einwohner-Stadtwerk, das für die Zukunft bestens gerüstet ist“, so Heitmanns Plädoyer. Einstimmig votierte der Rat schlussendlich für die Fusion.

Große Sachlichkeit

Dass die Fusion noch vor der Kommunalwahl im Herbst über die Bühne gehen konnte, werteten die Aufsichtsräte in Wickede und Fröndenberg als positives Zeichen. „So konnte das Thema komplett aus dem Wahlkampf herausgehalten werden“, erläuterte Gerhard Greczka, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Fröndenberg. Hans Regenhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeindewerke Wickede: „Wir konnten dieses wichtige Thema mit großer Sachlichkeit beraten. Das hat das Tempo beschleunigt. Und das ist letztlich gut für uns alle.“

Die neue Firma wird ein Stammkapital von 5,3 Mio Euro vorweisen, 955.000 Euro davon steuert die Gemeinde Wickede bei. Die Anteile liegen zu 18 Prozent bei der Gemeinde Wickede und zu 82 Prozent bei der Stadt Fröndenberg. Der neue Aufsichtsrat wird sich entsprechend der Anteile zusammensetzen. Das bei den Gemeindewerken Wickede noch tätige Personal, nämlich vier Personen, wird ebenfalls von der neuen Stadtwerke Fröndenberg Wickede GmbH (SWF) übernommen. Vor wenigen Tagen war mit Alexander Loipfinger ein neuer Geschäftsführer bestimmt worden, der Anfang 2021 seinen Dienst antritt.

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