Neue Mitte Ardey

Fröndenberger Modell: In Ardey arbeiten alle Hand in Hand

Stellen in Ardey das "Fröndenberger Modell" vor (von links): Alexander Krawczyk (UKBS), Matthias Fischer (UKBS), Michaela Maschmann, (CareVitaale), Dr. Thomas Huth, Daniela Lenz, (CareVitaale), Klaus Böning (Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey).

Stellen in Ardey das "Fröndenberger Modell" vor (von links): Alexander Krawczyk (UKBS), Matthias Fischer (UKBS), Michaela Maschmann, (CareVitaale), Dr. Thomas Huth, Daniela Lenz, (CareVitaale), Klaus Böning (Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey).

Foto: Thekla Hanke / WP

Ardey.  Mit dem Fröndenberger Modell ist in Ardey ein gutes Netz entstanden, das vor allem älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Mit dem „Fröndenberger Modell“ ist in Ardey ein funktionierendes Netz aus pflegerischer, medizinischer und häuslicher Hilfe entstanden. Mit „CareVitaale“ ist seit Kurzem ein neuer Pflegedienst als Partner mit im Boot, der Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey ist zum Monatsanfang mit der Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“ gestartet. Grund genug für die Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Um es vorweg zu sagen: Einig sind sich alle, dass in Ardey ein Leuchtturmprojekt auf die Beine gestellt wurde, das auch andernorts als Vorbild dienen kann.

Aus dem „Bielefelder Modell“, das in Ardey 2016 zunächst als Grundlage diente, haben die Ardeyer inzwischen ein „Fröndenberger Modell“ entwickelt, das weit mehr bietet. Die UKBS hat im Zentrum des Ortsteils eine neue Mitte entstehen lassen mit barrierefreien Wohnungen, einer Arztpraxis (Dr. Thomas Huth), Anbindung an den Pflegedienst „CareVitaale“, der im vergangenen Jahr ehemaligen Ardeyer Hof eröffnete, und dem Dorfcafé „Buntes Sofa“ der Dorfgemeinschaft Ardey. Hinzu kommt seit Anfang August die Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“. UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer stellt fest: „All das hat neuen Schwung nach Ardey gebracht.“

Älteren Menschen großen Wunsch erfüllt

Dr. Thomas Huth ist von dem Modell so überzeugt, dass der 70-Jährige seine Praxis in der „Neuen Mitte“ eröffnet hat. Besonders bedeutend findet der Allgemeinmediziner den sozialen Aspekt, der mit dem Dorfcafé umgesetzt wird: „Es ermöglicht Teilhabe und erfüllt älteren Menschen einen ganz, ganz großen Wunsch. Und sie bekommen Hilfe, wenn sie Hilfe benötigen.“

Die Möglichkeit, sich an einem Ort zu treffen, sei auch als Prophylaxe vor Krankheiten zu verstehen, weiß der Mediziner: „Denn Isolation führt häufig zu Depressionen.“ Auch die nahe medizinische Versorgung finde hohe Akzeptanz, das registriere er in der Praxis. Zudem mache er viele Hausbesuche, das gebe es vielfach in den größeren Städte nicht mehr. Aktuell bemüht sich Dr. Thomas Huth sich um einen Kollegen, der ihn in Zukunft unterstützt. „Die Arbeit macht mir großen Spaß“, sagt der Mediziner aus Überzeugung.

Untereinander gut vernetzt

Die Modell-Beteiligten sind auch untereinander gut vernetzt. Fällt im Pflegedienst auf, dass handwerkliche Hilfe oder Unterstützung beim Einkaufen nötig ist, vermitteln die Mitarbeiter den Kontakt zur Nachbarschaftshilfe. „Wir arbeiten alle Hand in Hand. Und das spricht sich rum“, sagt Daniela Lenz, stellvertretende Pflegedienstleitung „CareVitaale“.

Mit der Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“ wurde jetzt noch eine weitere Lücke geschlossen. „Wenn wir in Zukunft genügend Unterstützer haben, ist auch eine Ausdehnung des Projekts auf den gesamten Westen denkbar“, sagt Klaus Böning, Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey. Matthias Fischer lobt: „Durch Farbenfroh ist es jetzt ein sehr rundes Projekt geworden. Es ergänzt das Modell optimal.“ Dank gebühre aber vor allem auch der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Birgit Mescher: „Sie hat das ,Fröndenberger Modell’ sehr unterstützt.“

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