Stadtentwicklung

Fröndenberger Ortsteile fühlen sich im Stich gelassen

Graffiti ziert die Wände eines alten Elektrofachhändlers in Langschede. Daneben das heruntergekommene Haus Schoppe. Hinzu kommt eine verschmutzte Straße aufgrund eines verstopften Entwässerungsgrabens. Die Probleme im Westen sind vielfältig.

Graffiti ziert die Wände eines alten Elektrofachhändlers in Langschede. Daneben das heruntergekommene Haus Schoppe. Hinzu kommt eine verschmutzte Straße aufgrund eines verstopften Entwässerungsgrabens. Die Probleme im Westen sind vielfältig.

Foto: Tobias Schürmann

Fröndenberg.  Die Verwaltung legt zu viel Wert auf die Stadtmitte, klagen Initiativen aus den Fröndenberger Ortsteilen. Sie fordern mehr Wertschätzung.

In der Ruhrstadt mehren sich die Stimmen, die sich von der Stadt im Stich gelassen fühlen. Die Verwaltung konzentriere sich zu sehr auf die Kernstadt, so der Vorwurf. Dabei sind manche Probleme mehr als offensichtlich.

Fehlende Wertschätzung

Während sich die Bürgerinitiative „Wir für die Palz“ bereits nachdrücklich im Fröndenberger Osten für die Sanierung der Palzstraße stark gemacht hat, wird nun auch im Westen der Ruhrstadt der Ruf nach mehr Wertschätzung und Hilfe laut. Und an einem Ort könne man das laut FWG besonders gut festmachen: am Haus Schoppe. Schon seit Jahren wird das eigentlich historische Gutshaus mehr und mehr zum Schandfleck. Hinzu kommen zahlreiche Graffitis, die die Wände rundherum zieren; mehrere Lkw parken laut FWG zudem nachts und am Wochenende unerlaubt vor der ehemaligen Gaststätte „Die Brücke“ – und das am Eingangstor zum Sauerland bzw. zum Kreis Unna.

„Der Stadtkern ist das wichtigste“, moniert FWG-Fraktionschef Matthias Büscher. Und er ist sich sicher: Stünde Haus Schoppe im Innenstadtbereich, „wäre es schon längst gemacht worden“.

Aber nicht nur die FWG beklagt – trotz neuer Straßendecke in der Hauptstraße in Dellwig – einen zunehmenden Verfall der westlichen Ortsteile. Die Stadtteilkonferenz West, zu der zahlreiche Vereine gehören, tagt mehrmals im Jahr zu Themen, die die Ortsteile beschäftigen. Und auch dort wird man deutlich: „Wir im Westen sind das fünfte Rad am Wagen“, sagt Dr. Andreas Hennemann, Moderator der Stadtteilkonferenz. Dabei wird Hennemann direkt bildlich beim Thema schnelles Internet: „Die Fördermittel sind da, aber die Stadt schafft es nicht, die Kabel zu verlegen.“

Hoffen aus ein Umdenken

Doch die Liste der Probleme ist noch deutlich länger. So würden junge Familien in Altendorf Probleme bekommen, wenn sie bauen wollen. Da Altendorf im Außenbereich liegt, gibt es „bürokratische Hindernisse“ – hier allerdings hauptsächlich vonseiten des Kreises.

Die Stadtteilkonferenz sieht sich als Gegengewicht zur Vernachlässigung durch die Stadt; frei nach dem Motto: „Was die Kommune nicht schafft, machen die Bürger“, erklärt Hennemann. Und das werde besonders am Engagement der Vereine deutlich. 35 sind es an der Zahl, listet der Moderator auf: vom Förderverein des Freibads, über Hobbysportler oder Schützen. An Unterstützung mangelt es demnach nicht. Rund 3000 Mitglieder sind in den Vereinen verortet.

Statt auf die Probleme der Ortsteile einzugehen, werde zunehmend in die Stadtmitte investiert. „Das ist bedenklich“, sagt Hennemann. Das führt sogar soweit, dass einzelne Bürger die Zugehörigkeit zu Fröndenberg infrage stellen und – wie vor der kommunalen Neuordnung – laut über eine Eigenständigkeit oder aber Zugehörigkeit zu Unna nachdenken.

Bei der Stadtteilkonferenz gehe man unterdessen davon aus, dass im Zuge der Kommunalwahl wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten könnte. „Wir hoffen, dass die Stadt umdenkt“, betont Hennemann.

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