Musik

Fröndenberger Stiftskonzerte swingen in die Sommerpause

„Echoes of Swing“ am Sonntagnachmittag beim Stiftskonzert: mit Bernd Lhotzky am Flügel, Colin Dawson an der Trompete, Chris Hopkins am Saxofon und Schlagzeuger Oliver Mewes.

„Echoes of Swing“ am Sonntagnachmittag beim Stiftskonzert: mit Bernd Lhotzky am Flügel, Colin Dawson an der Trompete, Chris Hopkins am Saxofon und Schlagzeuger Oliver Mewes.

Foto: Alexander Lück

Fröndenberg.   Auch künftig sollen Weltklasse-Künstler im Zuge der Stiftskonzerte nach Fröndenberg kommen. Noch zwei Konzerte in diesem Jahr geplant.

Fröhlich beswingt, so wie es Tradition ist, verabschiedeten sich die Stiftskonzerte am Sonntag in die Sommerpause. Zeit also für eine Bilanz. Allen voran erfreut sich der Förderkreis immer noch an seinem neuen Schmuckstück.

Gemeint ist der Steinway-Flügel, den der Förderkreis auch dank Leader-Geldern Ende 2018 aus Norddeutschland erwerben konnte und welcher dann im Stiftssaal ein neues musikalisches Zuhause fand. „Vor allem freuen wir uns aber über die Musiker, die dieses Instrument so toll spielen“, präzisiert Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Förderkreises. „Und wir freuen uns darüber, dass es auch den Zuhörern der Konzerte so gefällt.“

Und mindestens genauso wichtig: die Pianisten – ebenso wie andere beteiligte Musiker an anderen Instrumenten – wissen den hochwertigen Flügel zu schätzen. Ulrich Schmidt in diesem Zusammenhang: „Alle Musiker sind von seiner Qualität begeistert. Elisaveta Blumina sagte nach ihrem Konzert im März zu uns: ,Dieses Instrument ist ein Diamant.’“

Erster Schüler-Workshop

Auch Pianistin Junko Shioda war voll des Lobes. Sie spielte im April das offizielle Einweihungskonzert auf dem gut 75.000 Euro teuren Schmuckstück. Vor allem aber hatte sie wenige Tage vorher einen spannenden Workshop mit Vorstellung ihrer gespielten Kompositionen für Fröndenbeger Gesamtschüler gegeben. Ein ganz neues Projekt der Stiftskonzerte-Reihe, um noch stärker junge Leute für klassische Musik zu begeistern oder überhaupt erst einmal in Berührung zu bringen.

Weiter Weltklasse für Fröndenberg

Ein einzelnes Konzert, der nun zu Ende gegangenen Saison, mit dem neuen Flügel als ganz besonders herausheben, das wollen die engagierten Vorstandsmitglieder des Förderkreises nicht. Jedes habe seine ganz besonderen Momente oder eine besondere musikalische Atmosphäre ausgezeichnet. Und vor allem eine durchweg herausragende musikalische Qualität der Künstler, die sonst in den großen und bedeutenden Konzerthallen von Deutschland und weit darüber hinaus ihre Auftritte absolvieren.

Der zweite Vorsitzende des Förderkreises, Jochen Oberschelp, weiß: „Die Musiker, die schon mal hier waren, wissen unser fachkundiges Publikum und die familiäre Atmosphäre zu schätzen und kommen dann gerne wieder.“ Deshalb verspricht er auch für die nächsten Jahre weiter „Weltklasse“ im Stiftssaal. Ohne allzu viel verraten zu wollen, geschweige

denn Namen zu nennen. Aber es werden Künstler darunter sein, die in der Ruhrstadt schon zu begeistern wussten und in ihrer internationalen Karriere mittlerweile einige Schritte weiter in der Gunst von Publikum und Kritik geklettert sind.

Wie üblich bewegte sich das letzte Konzert vor der Sommerpause – am vergangenen Sonntag vor gut 60 Besuchern im Stiftssaal – von klassischen Klängen etwas weg und ließ das Publikum vielmehr beswingt zurück.

Jazz und Swing vor Sommerpause

Das Quartett „Echoes of Swing“ war schon zum wiederholten Male in der Ruhrstadt. Mitreißender und rhythmusbetonter Swing und Jazz sowie melancholisch verträumte Melodien wussten gleichermaßen zu begeistern. Ob nun Klassiker von Duke Ellington, Cole Porter oder George Gershwin oder Improvisation.

Und ebenso die unterhaltsamen wie sympathischen Ansagen der Bandmitglieder. Trompeter Colin Dawson, ein Engländer, ließ verlauten, nach dem Brexit habe er einen deutschen Pass beantragt und halte diesen mittlerweile voller Stolz in den Händen.

Saxofonist Chris Hopkins, als er für ein einziges Stück Noten vor sich aufbaute (während man sonst auswendig spielte): „Mit Noten sieht das etwas professioneller aus.“ Und die hochsommerliche Witterung draußen griffen die vier Musiker auch noch auf: „Es ist so warm, dass wir jetzt etwas lateinamerikanisches spielen.“ Mit viel Applaus belohnt wurde auch diese muskalische Exkursion.

Noch mehr Fotos, Videos und Nachrichten aus Fröndenberg und Umgebung finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben