Bruayplatz

Für den Bruayplatz sollen zahlreiche Bäume gefällt werden

So sieht der Bruayplatz im Moment aus, von Norden gesehen. Bald sollen die Bäume fallen.

So sieht der Bruayplatz im Moment aus, von Norden gesehen. Bald sollen die Bäume fallen.

Foto: Alexander Lück

Fröndenberg.  Stadtgespräch rund um den Bruayplatz bei der Architektin Susanne Weihrauch Ideen vorstellt. Zur Grün-Fällung gibt es keine Alternativen.

Die Planungen zur Umgestaltung der Fröndenberger Innenstadt schreiten voran. Das Stadtgespräch rund um den Bruayplatz stieß am Dienstagabend aber nur auf wenig Interesse. Kritisiert wurde deutlich, dass zahlreiche Bäume fallen sollen.

Als beim ersten Gesprächsabend dieser Art zu Beginn des Jahres der Marktplatz das Thema war, kamen noch mehr als 50 Teilnehmer. Gestern im Ratssaal waren es noch nicht einmal 20 Bürger, und darunter allen voran Rats- und Ausschussmitglieder. Ob das nur an der hochsommerlichen Witterung dieser Tage lag ist nur eine Vermutung. Eine detaillierte und kritische Diskussion zu den vorgestellten Plänen für den Bruayplatz entwickelte sich dennoch.

Grüne Lunge der Innenstadt

Architektin Susanne Weihrauch, die mit ihrem Team den Wettbewerb zur Umgestaltung der Fröndenberger Innenstadt gewonnen hat, legte dar, wie der Bruayplatz (zwischen Sparkasse und Aldi-Filiale) in Zukunft aussehen könnte. Während der Marktplatz das Zentrum der städtischen Open Air-Veranstaltungen bleibt und vor allem durch seine multifunktionale Nutzbarkeit ausgezeichnet sein soll, soll der Bruayplatz die grüne Lunge der Innenstadt sein. Mit einem Wasserlauf der über mehrere Stufen abwärts rinnt, Beeten, Sitz- und Spielgelegenheiten und vor allem viel Grün.

Trotz dieser Ausrichtung als grüne Insel in der Stadt, so sagte Susanne Weihrauch zu ihren Plänen: „Es sind schon einige Bäume die entfernt werden sollen.“ Später fragte Zuhörer Dirk Sodenkamp noch genauer nach. Ergebnis: mehr als die Hälfte des bisherigen Baumbestandes auf dem Bruayplatz soll laut Weihrauchs Plänen weichen.

Schattenspender

Die sagte selbst: „Ich würde auch gerne deutlich mehr behalten.“ Aber zum einen ließe der Umbau - terrassenförmig und in die Topographie des Geländes eingebunden - keine andere Wahl als bei einigen Bäumen die Axt anzusetzen. Andere müssten weg, um die gewünschte Sichtachse zu den beiden Kirchen nördlich des Platzes herzustellen. Außerdem seien einige mittlerweile schon recht groß und alt, könnten damit irgendwann zu einem Problem werden.

Das alles stieß auf Widerspruch aus der Versammlung. Ob als Schattenspender im Sommer oder für eine gute CO2-Bilanz sei so viel Grün wie möglich zu erhalten, da waren sich mehrere Diskussionsteilnehmer einig. „Wir wollen doch blühendes Leben in der Stadt“, so etwa Wolfgang Hüttner.

Es gibt aber auch Bäume auf dem Platz, die in einige der umliegenden Wohnungen wenig Licht einfallen lassen. Schließlich, so erklärte Weihrauch, sei zu berücksichtigen, dass der Platz befahrbar bleiben muss. Für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste etwa.

Deutlicher Höhenunterschied

Westlich anschließend an den Bruayplatz, der selbst eine Dreiecksform mit Spitze im Süden hat, befindet sich aktuell noch das Gebäude des Aldi-Marktes. Der bekanntlich bald umziehen könnte. Direkt neben dem neu gestalteten Bruayplatz könnten dann dessen Parkplätze sein. Mit einem deutlichen Höhenunterschied zum Bruayplatz von bis zu zwei Metern. Und das sei so gar nicht der Sinn der Sache, hieß es aus der Versammlung. Der Beigeordnete der Stadt Günter Freck sagte aber zu, in den kommenden Gesprächen mit dem Discounter auf eine für beide Seiten verträgliche Lösung hinzuarbeiten.

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