Digitalisierung

Gesamtschule Fröndenberg setzt auf iPads im Unterricht

Szene aus einer iPad-Klasse an der Gesamtschule Fröndenberg. Der zehnjährige Ferris erstellt eine Mind Map zum Thema „School“.

Szene aus einer iPad-Klasse an der Gesamtschule Fröndenberg. Der zehnjährige Ferris erstellt eine Mind Map zum Thema „School“.

Foto: David Fintrilakis

Fröndenberg.   Beim Thema Digitalisierung setzt die Gesamtschule Fröndenberg auf neue Medien. Doch die iPads sind keine Spielerei, sondern reine Arbeitsgeräte.

Früher hieß es immer „Handys aus“ im Klassenraum. Heute aber heißt es „Holt eure iPads raus“. Am Tag der offenen Tür der Gesamtschule Fröndenberg machten sich Eltern und Kinder ein Bild zum Thema iPads in den Klassenzimmern.

Von der Technik begeistert

Englischlehrer Jens Kurlbaum zeigte sich von der Technik durchaus begeistert. „Es gibt tierisch viele Einsatzmöglichkeiten. Das iPad ist wirklich ein Universalgerät, das die Kinder immer dabei haben“, sagt er. So könne mal eben im Internet nach einem Bild gesucht, oder aber auch die Arbeitsblätter an alle Kinder direkt gesendet werden, ohne sie vorher zu kopieren. „Wenn wir jetzt zum Beispiel das Thema Ägypten im Unterricht haben, dann kann ich sagen: Sucht im Internet mal nach dem Nildelta. Und schon haben die Kinder Bilder dazu und können sich das genau ansehen.“

So ein iPad gehört zu den hochpreisigen Tablets auf dem Markt, doch die Schule hat mit einer Partnerschaft ein Finanzierungsprogramm aufgestellt. „Die Eltern gehen einen Kaufvertrag über zwei Jahre ein, indem sie das iPad ratenweise abbezahlen. Zusätzlich unterstützt die Schulsozialarbeit Eltern, die sich auch das nicht leisten könnten“, sagt Jens Kurlbaum. Neben den drei reinen iPad-Klassen hat die Gesamtschule auch viele Trolleys mit je 16 Tablets bereitgestellt, damit auch die übrigen Klassen diese für bestimmte Themen ausleihen können.

Auch die Mathelehrerin Kathrin Philipson ist von den iPads überzeugt, wenn man sie mit klaren Regeln versieht. „Das Tablet ist ein reines Arbeitsgerät für die Schule. Aber es gibt natürlich noch andere solcher Arbeitsgeräte – die Tafel gehört auch dazu“, sagt sie. Sehr positiv sieht sie die Individualität, mit der sich der Unterricht mit den Tablets verändert hat. „Ich kann jedem Kind ein eigenes Arbeitsblatt auf das iPad schicken, das an die Fähigkeiten angepasst ist. Dazu kann ich dann direkt überprüfen, ob die Aufgaben richtig gelöst werden und muss nicht erst die Arbeitsblätter wieder einsammeln und nachschauen“, erzählte sie. Generell seien die iPad-Klassen bei der Anmeldung sehr beliebt.

So erzählt auch Julia Kopietz, deren Tochter seit diesem Jahr in einer iPad-Klasse an der Gesamtschule lernt: „Ich finde das einfach klasse. Die Lehrerin kann ihre Aufgaben einfach über das iPad auf den Bildschirm in der Klasse projizieren. Auch meine Tochter wollte direkt in so einen Klasse und nicht in eine normale.“ Bedenken hatte sie auch zu Beginn keine. „Man muss ja mit dem Fortschritt gehen – und das ist Fortschritt“, meinte Julia Kopietz.

Eine Ampel zeigt die Lautstärke

Zu beobachten ist diese Art des Unterrichts in einer fünften Klasse der Gesamtschule. Englischlehrerin Klingenberg verbindet ihr iPad über das schuleigene W-LAN mit dem Bildschirm über der Tafel. Darauf zu sehen sind verschiedene Schulutensilien, die die Schüler nun auf Englisch aufsagen sollen. Nachdem das geglückt ist, erstellen die Kinder mit ihrem iPad eine Mind-Map zum Thema Schule. Währenddessen ist auf dem Bildschirm ein Timer zu sehen, damit die Schüler genau wissen, wie viel Zeit ihnen noch für die Aufgabe bleibt. Gleichzeitig ist auch eine Ampel auf dem Bildschirm, die je nach Lautstärke grün, gelb oder rot leuchtet, so dass der Lehrer nicht mehr ständig auf die Lautstärke im Klassenraum zu achten hat.

Kathrin Philipson sagt: „Wir haben dieses Projekt schon mindestens sechs Jahre lang. Die Bilanz daraus ist durchweg positiv.“

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