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GSV-Legende Rudolf Potthoff nach 30 Jahren verabschiedet

Meilenstein der GSV-Geschichte: Vorsitzender Rudolf Potthoff (mit Urkunde und Vorstand) wurde aus seinem Amt nach 30 Jahren verabschiedet.

Meilenstein der GSV-Geschichte: Vorsitzender Rudolf Potthoff (mit Urkunde und Vorstand) wurde aus seinem Amt nach 30 Jahren verabschiedet.

Foto: privat

Fröndenberg.   Potthoff geht, Foppe kommt. Der Wechsel an der Spitze des GSV Fröndenberg ist mehr als eine Personalie.

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Der Winter hat ihm zu schaffen gemacht. Lang war er, grau und nass. Erkältungswetter. Das frühlingshafte Wochenende hat Rudolf Potthoff aufatmen lassen, buchstäblich. Neubeginn liegt in der Luft. Doch wir reden in seinem Wohnzimmer auf der Hohenheide über Abschied. Der pensionierte Sportlehrer der Gesamtschule Fröndenberg hat nach 30 Jahren den Vorsitz des Gesamtschul-Sportvereins (GSV) aufgegeben.

Nicht mehr mit 70

Uns interessiert der Grund für die Entscheidung, die einen Einschnitt im Leben markiert. „Es war Zeit“, sagt der gebürtige Hochsauerländer kurz und knapp. „Ich habe das zeitig vorbereitet. Ich habe bereits vor zwei Jahren in der Hauptversammlung gesagt, dass ich mich zurückziehen will. Ich will mit 70 kein Vorsitzender mehr sein. Und das ist gut so.“

Verjüngung und Erfahrung

Mit der Ankündigung allein war’s aber nicht getan. Rudolf Potthoff lag an einem gut organisierten Wechsel. „Wir haben gemeinsam sondiert und sind fündig geworden. Ich denke, wir haben eine gute Wahl getroffen.“ Verjüngung und Erfahrung waren dem Vorstand gleichermaßen wichtig. Zudem soll der neue GSV-Chef in der Lage sein, den Mehr-Sparten-Verein zusammenzuhalten.

Einiges zu verarbeiten

Und dennoch ist ein Generationen-Wechsel ein emotionaler Moment – für die Direktbetroffenen genauso wie für den ganzen Verein. Wie war’s? „Da spielen Emotionen eine große Rolle“, bekennt Pädagoge Potthoff, „das ging vorher schon los, nicht nur in den Tagen vor der Versammlung, sondern schon Wochen vorher. Ich hatte einiges zu verarbeiten.“

Ausgeglichen

Und am Abend der Versammlung? „Klar, da natürlich auch. Ich wusste, der Verein hat einiges vorbereitet, aber ich wollte nicht wissen, was. Meine Nachfolger haben das gut gemacht. Es war eine ausgeglichene Stimmung. Es gab einen Rückblick, es gab einen Ausblick. Ich bin zufrieden aus der Versammlung herausgegangen.“

Geordnet

Die Jahre waren noch einmal am scheidenden Chef vorbeigezogen. Zurück blieb die Erkenntnis: „Das Positive überwog. Insgesamt hinterlasse ich meinen Nachfolgern den Verein in geordneten und guten Verhältnissen.“

Eine Schule und ihr Verein

Der GSV gehört seit nahezu fünf Jahrzehnten so selbstverständlich zum Stadt-Leben, dass selbst mancher Fröndenberger die Anfänge des Vereins nicht mehr kennt. Warum, bitte, gönnte sich die Gesamtschule einen Verein? Sollte er da anfangen, wo das Schulleben aufhörte? Rudolf Potthoff: „Die Gesamtschule war frisch gegründet, als sich 1972 Leute aus der Schulleitung Gedanken machten, wie die neue Schule – verbunden mit einer neuen Schulform – in Fröndenberg besser verankert werden könnte. „Die Schule musste sich überhaupt erst mal eine Position erarbeiten. Ein Mittel war die Gründung eines Schulsportvereins. Er sollte attraktiv sein für die Stadt und ihre Bewohner.“

Tischtennis & Co.

Der Verein startete mit Sportangeboten, die nicht mit Klassikern wie Fuß- oder Handball konkurrierten. „Ausgehend von den neuen Sportstätten, wie der Dreifachhalle, haben wir uns konzentriert auf Hallensportarten, in diesem Fall auf Ballsportarten, die es zum damaligen Zeitpunkt in Fröndenberg noch gar nicht gab.“ Tischtennis und Badminton, Volleyball und Basketball.

Breit aufgestellt

Aber wie kam Rudolf Potthoff zum Vorsitz des Gesamtvereins? Er startete als Volleyballspieler, war später Spielertrainer, seit 1978 gehörte der sportbegeisterte 1,85-Meter-Mann zum Vorstand, und 1988 stellte sich die Frage nach einem neuen Vorsitzenden. Sie wurde mit Rudolf Potthoff beantwortet: „Ich hatte mich wohl bekannt gemacht.“ Der neue Chef sah sich stets als Erster unter Gleichen. „Wir haben das immer in Teamarbeit gemacht, wir sind sehr breit aufgestellt.“

Bis 2020

Dabei ist es geblieben. Und dennoch musste der GSV, wie so viele andere Vereine, gesellschaftlichen Entwicklungen Tribut zollen. Es gibt weniger junge Leute als früher, Gesamttag und G8 zwacken ihnen obendrein nachmittags einst freie Zeit ab. „Die Anforderungen an die Kinder werden größer.“

Die Anforderungen an sich selbst hat Rudolf Potthoff gesenkt – auch wenn er sich immer noch fordert. Zwei weitere Jahre will er den Stadtsportverband führen. Auch der örtlichen Leader-Gruppe zur Förderung des Hellwegs mit EU-Mitteln will er angehören, bis das Projekt beendet ist. Die Förderperiode endet 2020.

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