Tierquälerei

Heimische Pferdehalter zu Infoveranstaltung eingeladen

Pferde grasen auf einer Koppel Am Thabrauck. Das Aktionsbündnis Pro Pferd rät zur Prävention: „Lassen Sie keine Zäune offen!“

Pferde grasen auf einer Koppel Am Thabrauck. Das Aktionsbündnis Pro Pferd rät zur Prävention: „Lassen Sie keine Zäune offen!“

Foto: Archiv, Martina Dinslage

Fröndenberg/Münster.   Fröndenberger Fohlen Monty auf dem Weg der Besserung. Halter Thomas Dülker von Tierschutzverein zu Seminar eingeladen.

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Brutale Übergriffe auf Pferde – wie bei dem Fohlen auf einer Weide an der Käsekiepe – sind keine Seltenheit. Der Verein Aktionsbündnis Pro Pferd lädt den Fröndenberger Thomas Dülken, dessen Fohlen vor knapp zwei Wochen mit einem 20 Zentimeter langen Schnitt verletzt worden ist (WP berichtete) zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung am 19. November nach Münster ein. Es geht einerseits darum, Tätern auf die Spur zu kommen, andererseits sollen Präventionsmaßnahmen erläutert werden, damit es nicht zu solchen Taten kommen kann.

Dülkens Fohlen Monty befindet sich derzeit auf dem Weg der Besserung – Ende der Woche will der Halter das Pferd aus der Tierklinik abholen. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit der Tat vor einem Jahr in Altendorf unterdessen aus.

Zerstückeltes Pony

„Nicht jeder, der mal ein Pferd gequält hat, wird nachher zum Mörder. Aber es gibt Auffälligkeiten“, sagt Carola Schiller, Sprecherin des Aktionsbündnisses Pro Pferd im Gespräch mit der Westfalenpost. Allerdings seien die Forschungen zum Täterverhalten in Deutschland noch nicht so weit fortgeschritten wie beispielsweise in den USA.

Was das für Menschen sind, die sich an einem Tier vergreifen, ist Thema einer Informationsveranstaltung zu Übergriffen auf Pferde in Münster. Das Aktionsbündnis hat mit der Kriminalpsychologin Dr. Helga Ihm, die Fachliteratur zu Thema Tierquälerei an Pferden verfasst hat, als Referentin eingeladen. Außerdem spricht mit Antje Mühlenschläger die Frau, deren Pony Mario im Juni 2015 in Troisdorf zerstückelt aufgefunden wurde – ein Fall der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, weil die damals 19-jähriger Täterin schon mehrfach wegen Tierquälerei auffällig geworden war.

Besorgniserregend sei für Carola Schiller, dass es in den vergangenen Monaten vermehrt Fälle von Übergriffen auf Pferde gegeben habe. Zahlen aus NRW könne sie allerdings nicht vorlegen: „Die Zahlen werden nicht speziell erfasst in Nordrhein Westfalen. Niedersachsen macht das aber beispielsweise“, so Schiller.

Die Motivation der Täter sei ganz unterschiedlich: „In den 80er Jahren gab es Leute, die Mercedes-Sterne abgebrochen haben. Da ist viel Neid und Frust. Manchmal sind es Sensation Seeker“, sagt Schiller und meint damit Menschen, die aus Nervenkitzel so eine Tat begehen. Aber: „Ein normaler, gesunder Verstand hat solche Gedanken nicht.“

Ställe sichern

Sie rät Pferdebesitzern zur Prävention: „Es ist wie beim Einbruch: Der Nachbar ist die beste Alarmanlage. Und ganz wichtig ist, dass Zäune nicht offen stehen gelassen und Ställe gesichert werden.“

Thomas Dülken wird wahrscheinlich nicht an dem Seminar teilnehmen: „Das ist zwar interessant, aber ein Stück zu weit weg. Außerdem geht Monty vor“, sagt er und überbringt die gute Nachricht, dass das Fohlen sich auf dem Weg der Besserung befindet: „Die Wunden heilen gut. Wir wollen ihn Ende der Woche aus der Tierklinik abholen.“ Aus dem Kopf sei die Geschichte aber noch lange nicht: „Wir sind vorsichtiger geworden, gehen öfter am Stall vorbei und sehen nach den Tieren. Das ist ein blödes Gefühl, das man im Bauch hat“, berichtet Dülken.

Mit einem Messer zugefügt

Die Polizei ist weiter auf der Suche nach dem Täter: „Wir gehen davon aus, dass der Schnitt mit einem Messer zugefügt wurde“, sagt Polizeisprecher Thomas Röwekamp. Aber einen Zusammenhang mit der Tag vor einem Jahr in Altendorf, bei der ein Pferd mit einem Schnitt am Hals verletzt worden ist, sehen die Ermittler nicht: „Dafür war der Tathergang in beiden Fällen doch zu unterschiedlich.“

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