Förderverein

In Fröndenberg bei 1200 Grad das heiße Eisen schmieden

Norbert Muczka (links) und Dagobert Köster (rechts) bei einer der Schmiedevorführungen.

Norbert Muczka (links) und Dagobert Köster (rechts) bei einer der Schmiedevorführungen.

Foto: Archiv/ Thorsten Bottin

Fröndenberg.   Der Förderverein des Kettenschmiedemuseums sucht einen weiteren Schmied – und neue Wege für die Zukunft des historischen Gebäudes.

Ein in Europa einmaliger Arbeitsplatz: Damit wirbt das Westfälische Kettenschmiedemuseum derzeit für einen neuen Schmied, der Vorführungen und Hochzeiten abdeckt. Denn Schmied Dagobert Köster (66), der seit rund 50 Jahren heiße Eisen anfasst, ist der einzige Fachmann, der die Show-Vorführungen und Hochzeiten derzeit bedienen kann. Aber auch eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Museums beschäftigt den Förderverein momentan.

Der Fachmann

„Dagobert muss nur mal krank werden“, sagt Norbert Muczka vom Förderverein Kettenschmiedemuseum. Dann seien die beliebten Schmiedevorführungen und Hochzeiten erheblich beeinträchtigt. Daher habe man mit einem Online-Beitrag auf Facebook als „Vorsorgemaßnahme“ reagiert und sei nun auf der Suche nach einem weiteren Schmied. Eine Anfrage, so Muczka, gebe es bereits. Denn man lebe im Museum schließlich von den Schmiedevorführungen. „Das sieht für Laien einfach aus, ist es aber nicht.“

Bei rund 1200 Grad schmiedet Dagobert Köster die einzelnen Kettenglieder. Dafür werde er von allen Mitgliedern des Fördervereins bewundert. Denn so gekonnt wie Köster könne schließlich keiner den Hammer schwingen. „Die Kettenglieder in der Zange zu halten ist nicht ganz einfach. Die flutschen auch gerne mal raus“, erklärt Muczka.

Die Expertise

Aber nicht nur die Schmiede ist beim Förderverein derzeit Gesprächsthema. Ebenso ist es die Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Westfälischen Kettenschmiedemuseums. Bekanntlich ist geplant, unter anderem die Heimatstube durch einen Anbau aus dem Stiftsgebäude an die Ruhr zu verlegen. Unterstützung bekommt der Förderverein vom Startklar-Büro aus Dortmund, das schon beim Bau der Kulturschmiede beratend zur Seite stand. Gleichzeitig hat sich der Förderverein mit Tobias Bäcker, Geschäftsführender Vorstand der Rohrmeisterei Schwerte, einen weiteren Experten mit ins Boot geholt. „Wir analysieren sämtliche Zahlen, und er hat uns direkt mal auf den Teppich geholt“, sagt Norbert Muczka bezogen auf die geplanten Maßnahmen rund um die Kettenschmiede. Das beinhalte sowohl Besucherzahlen als auch die Entwicklung der Hochzeiten und Schmiedevorführungen. „Es ist gut, dass mit Tobias Bäcker eine neutrale Person von außen auf die Machbarkeitsstudie schaut“, sagt Muczka. Das sorge für einen deutlich realistischeren Blick auf die Dinge.

Die Anbauten

In den Gesprächen sei inzwischen klar geworden: Den ganz großen Wurf – mit 400 Quadratmeter großem Anbau sowie Außengastronomie – wird es am Westfälischen Kettenschmiedemuseum vermutlich nicht geben. Investitionen zwischen geschätzt 800.000 und einer Million Euro seien „unrealistisch“, wie Muczka sagt. Dringend notwendig seien allerdings ein Büroraum, ein Filmraum, getrennte Toiletten für die Kulturschmiede und Lagerräume.

Die Ehrenamtler

Doch nicht nur die Investitionen stellen für den Förderverein eine große Herausforderung dar. Auch am Nachwuchs fehlt es momentan. „Junge Ehrenamtliche zu finden, ist nicht so einfach.“ Derzeit laufe der Förderverein „auf dem Zahnfleisch“.

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