KLASSIK

Luxemburg kürt Daria Burlak zur Orgel-Königin

Sommerklänge. Daria Burlak

Sommerklänge. Daria Burlak

Foto: Privat

Fröndenberg/Luxemburg.   Daria Burlak begeistert in Luxemburg Jury – und Publikum. Warum die Organistin ein Wettkampf-Typ ist.

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Daria Burlak gelang ein doppeltes Kunststück. Die 31-jährige Organistin aus Ardey begeisterte bei einem internationalen Wettbewerb in Luxemburg nicht nur eine Fachjury, sondern gewann, mehr noch, das Herz des Publikums.

Erstaunlich ist, dass die virtuose Tastenfrau neben unverwüstlichen Orgel-Klassikern wie die Triosonate d-Moll BWV 527 von Johann Sebastian Bach Stücke von Komponisten aus dem 20. Jahrhunderts spielte – und damit überzeugte.

Konkurrenz deklassiert

Beim „Concours International d’Orgue“ im Örtchen Dudelange (Düdelingen) musste sie drei Runden überstehen. Am Ende gelang es der gebürtigen Russin, ihre Konkurrenz spar zu distanzieren. Es gab bei dem Musikwettbewerb keinen zweiten Platz. Dafür wurde Rang drei doppelt vergeben.

Als die Zuhörerschaft um ihr Votum gebeten wurde, zog Daria Burlak die absolute Mehrheit auf ihre Seite. 40 von 77 Stimmen gingen an sie. Der Zweitplatzierte erhielt nur 16 der abgegebenen Stimmen.

Im Übe-Raum gefangen

Das Ergebnis beeindruckte Daria Burlaks Mentor. Der Detmolder Orgel-Professor Dr. Martin Sander attestierte seiner früheren Schülerin: „Dann haben Sie die anderen in Grund und Boden gespielt!“

Und das, obwohl Daria Burlaks Auftritt zunächst unter keinem guten Stern zu stehen schien: Die Künstlerin konnte Ihren für 22 Uhr vorgesehenen Finalvortrag erst mit einer Viertelstunde Verspätung beginnen, weil die Organisatoren sie – wie Ehemann Ulrich Eicke anmerkte – „schlicht und einfach im Übe-Raum des Nachbargebäudes vergessen und eingesperrt“ hatten. Die Finalistin konnte sich nicht einmal per Handy oder sonst wie bemerkbar machen, „da alle Beteiligten in der Kirche waren, auf ihr Vorspiel warteten und ihre Telefone stummgeschaltet hatten“.

Die Musikerin und der Orgel-Experte

Doch Daria Burlak hatte Nerven wie Drahtseile und ließ sich nicht verunsichern.

Die historische Luxemburger Stahlhuth-Orgel aus dem Jahr 1912 wurde übrigens von demselben Regensburger Orgelbauer – Thomas Jann – restauriert, erweitert und neuintoniert. Der Fachmann ist im Ruhr-Tal kein Unbekannter. Jann baute auch die Orgel in der Bausenhagener Dorfkirche. Musikerin und Orgel-Experte kennen sich persönlich. Sie hatten laut Ulrich Eicke „noch vor Monatsfrist persönlichen Kontakt, als sie ihm beim Stimmen der Bausenhagener Orgel half“. In einem Punkt ist sich er ganz sicher: Janns Tipps und die bauliche Verwandtschaft der beiden Orgeln waren ihr beim Gewinn des Luxemburger Wettbewerbes „natürlich eine große Hilfe“. Daria Burlak selbst ist bescheiden. Den Sieg beim Wettbewerb erwähnt sie auf ihrer Internetseite. Kommentiert hat sie ihn nicht.

>> INFO: DARIA RENNT

Daria Burlak ist ein Wettkampf-Typ. Die 31-jährige Organistin aus Ardey hat in der Vergangenheit mehrfach Wettbewerbe gewonnen.

Die Künstlerin hält sich übrigens mit Joggen fit. Immer wieder beweist die flinke Musikerin im dunklen Lauf-Dress ihren langen Atem.

Beim Mendener Citylauf im Sommer ging sie an den Start – beim Fünf-Kilometer-Lauf. Sie trug die Startnummer 662. Sie wurde 26. mit 26:14 Minuten.

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