Geschichte

Mehrheit für Streichung des Fröndenberger Hindenburghains

Der Hindenburghain soll umbenannt werden. Eine Entscheidung über den Antrag der Jusos fällt im Rat.

Der Hindenburghain soll umbenannt werden. Eine Entscheidung über den Antrag der Jusos fällt im Rat.

Foto: Martina Dinslage

Fröndenberg.   Falls der Name Hindenburg aus dem Stadtbild verschwindet, könnte das erhebliche Folgekosten mit sich bringen.

Der Hindenburghain wird aller Voraussicht nach aus dem Stadtbild Fröndenbergs verschwinden – zumindest bezogen auf den Namen. Dafür hat sich nun eine Mehrheit von SPD und Grünen im Stadtentwicklungsausschuss ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung könnte aber erst Mitte Mai in der nächsten Ratssitzung fallen.

Die Entscheidung, so FWG-Fraktionschef Matthias Büscher, sei nicht nachzuvollziehen. „Jetzt haben wir den Kostenfaktor auf unserer Seite“, sagt Büscher im Gespräch mit der Westfalenpost. Denn die Entscheidung im Stadtentwicklungsausschuss könnte ein Präzedenzfall werden. Die Befürchtung Büschers: Straßenumbenennungen könnten folgen. Darunter etwa die Ostmarkstraße, Von-Tirpitz-Straße oder Wernher-von-Braun-Straße. „Wenn wir konsequent sein wollen, müssen wir die Straßen auch ändern“, so Büscher. Allerdings bezweifelt er, dass die Stadt angesichts der angespannten Haushaltslage – die Kämmerei plant mit einem kleinen sechsstelligen Überschuss im laufenden Jahr – die Kosten dafür übernehmen könnte. Denn eine solche Entscheidung zieht einen ganzen Rattenschwanz an Folgekosten mit sich. Anschriften und Ausweise entsprechend zu ändern sei teuer. „Wir haben wichtigere Themen vor der Brust“, sagt Büscher. Die Enthaltungen von CDU und FWG rühren einzig daher, dass die Verwaltung den Vorschlag gemacht hat, den Hindenburghain in Sportpark umzubenennen. Denn die dort befindliche Disc-Golf-Anlage ist ein zentraler Bestandteil der Umgestaltungspläne rund um das Graf-Adolf-Stadion und den Sportpark Ruhr.

Hinweisschilder eine Option

Die Christdemokraten haben sich in der Abstimmung enthalten, weil ihnen der Vorstoß ebenfalls zu „inkonsequent“ ist, wie Fraktionschef Gerd Greczka erklärt. Gleichwohl sei die Thematik wichtig, betont er. „Wenn Namen wie Hindenburg verschwinden, werden nachfolgende Generationen immer weniger darüber wissen“, sagt Greczka.

Besser sei es, an den entsprechend nationalsozialistisch vorbelasteten Plätzen und Straßen Hinweisschilder anzubringen, die über die Geschichte aufklären. Andererseits sei es denkbar, dass man mit dieser Entscheidung nun sämtliche Straßen umbenennen könnte. Dies könnte eine „ wahnsinnige Kostenfalle“ darstellen, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

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