KONZERT-EVENT

Mendener Kantorei probt für Auftritt in Fröndenberg

Mendener Kantorei unter Chorleiter Johannes Krutmann probt für die Aufführung von Bachs h-moll-Messe in Fröndenberg Marienkirche

Foto: Alexander Lück

Mendener Kantorei unter Chorleiter Johannes Krutmann probt für die Aufführung von Bachs h-moll-Messe in Fröndenberg Marienkirche Foto: Alexander Lück

Fröndenberg/Menden.   Bach h-moll-Messe: Das ist eine Herausforderung für jeden Chor. Die Mendener Kantorei stellt sich ihr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine riesige Herausforderung für den Chor, unvergleichlicher Musikgenuss für die Zuhörer. Am 16. Juni wird die Mendener Kantorei mit Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe eines der wohl größten Werke der Musikgeschichte in der Marienkirche zu Gehör bringen. Noch nie fand eine Aufführung dieser Komposition in Fröndenberg statt. Wie sich der ambitionierte Laienchor aus der Nachbarstadt auf diese Herausforderung vorbereitet, konnte die WP bei einem Probenbesuch erfahren.

Ein gesungenes Glaubensbekenntnis

Chorleiter Johannes Krutmann legt die Hürden nicht unbedingt niedrig: „Den Anfang habt Ihr schön gesungen. Aber schön allein reicht hier nicht!“ Man ist gerade mit dem Credo aus der h-moll-Messe, also dem Glaubensbekenntnis, beschäftigt. Krutmann verweist auf dessen Text: „Es muss noch bekenntnisreicher sein. Nicht so, als ob man das alles nur ein bisschen glaubt.“ Um die Aufgabe, die er sich und vor allen seinen Sängerinnen und Sängern gesetzt hat, weiß er genau.

Knapp 30 von ihnen sind am Freitagabend zur wöchentlichen Probe im Ludwig-Steil-Haus in Menden versammelt.

Der Chorleiter berichtet: „Vom Schwierigkeitsgrad her ist es eine Steigerung zu allem vorherigen. Auch weil es so viele Chorstücke gibt und wenig Pausen. Aber ich wusste, es wird gehen, und das Werk wird uns liegen. Und nun kann ich mit jeder Probe hören, wie der Chor daran immer weiter über sich hinauswächst.“ Anerkennende Worte des Profi-Kirchenmusikers, der unter anderem mit einem Chor aus Hagen die h-moll-Messe selber schon gutes halbes Dutzend Mal einstudiert hat.

Die nun seit dem Herbst geleistete Arbeit wird unter anderem dem interessierten Publikum hier in Fröndenberg zugute kommen. Am Samstag, 16. Juni singt die Mendener Kantorei Bachs großes (und letztes vollendetes) Werk um 19 Uhr in der Marienkirche.

Schon ziemlich anspruchsvoll

Wahrhaft ein historisches Ereignis für die kulturelle Szene in der Ruhrstadt. Der heimische Kirchenmusiker (und Mitsänger bei dem Projekt) Jörg Segtrop hat nachgeforscht: Eine Aufführung in Fröndenberg hat es noch nie gegeben.

Nicht ganz ohne Grund, dass sich Chöre, allen voran ein Laienchor wie die Mendener Kantorei, selten an so eine Komposition herantrauen.

Hat auch Sängerin Britta Höddinghaus aus dem Alt festgestellt: „Es ist schon ziemlich anspruchsvoll. Zuhause arbeitet man an seiner Stimme nach den Proben immer noch etwas nach. Vor allem aber macht es der ganzen Gruppen riesigen Spaß.“ Bestätigt auch Kantorei-Mitglied Ulrich Kirchhoff: „Wir hatten großen Respekt vor dem Werk. Die komplexen Strukturen und Harmonien, schwierige und schnelle Gesangslinien. Es ist auch für die Zuhörer eine Herausforderung.“ Gute zwei Stunden lang. Aber eine, die belohnt wird mit einer klanglichen Tiefe, Wucht und Emotionalität, die ihres gleichen sucht.

Sagt auch der ausgewiesene Bach-Kenner und -Freund Johannes Krutmann: „Bach ist für mich sowieso der Gipfel der Musik, und die h-moll-Messe dann der Gipfel seines Schaffens. Seine Passionen, die wir auch schon aufführen konnten, sind ähnlich anspruchsvoll und in der Traurigkeit ihres Themas voll musikalischer Tiefe. Hier hingegen ist es teilweise pure Euphorie. Bachs ganzes Schaffen findet sich in dieses Messe wieder und ich entdecke jedes Mal noch neue Aspekte.“

Seit fast 30 Jahren tonangebend

Die Marienkirche als Ort für nahegehende Konzerterlebnisse ist ihm wie der Kantorei jedenfalls nicht neu. Mehrere Male schon sang der Chor hier unter seinem Leiter, der seit bald 30 Jahren den Ton angibt. Außerdem spielte Krutmann im letzten Jahr ein Orgelkonzert und nahm für den Orgelbauverein eine CD auf.

Ein ausgedehnter Probentag am Wochenende sorgte nun für weiteren Feinschliff. Veredelt wird die Aufführung durch ein Orchester an historischen Instrumenten sowie hochkarätige Gesangssolisten, unter anderem die Fröndenberger Sopranistin Anna Kristina Naechster.

Nach dem Konzert am 16. Juni findet tags darauf die gleiche Aufführung um 15 Uhr noch einmal in der Liebfrauenkirche Hamm statt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik