Weißes Pulver

Psychologe liefert eine Vermutung wegen der Umschläge

Die Analytische Task Force war am Montag und Dienstag an fünf Stellen im Kreis Unna im Einsatz, hier vor dem Justizvollzugskrankenhaus.

Die Analytische Task Force war am Montag und Dienstag an fünf Stellen im Kreis Unna im Einsatz, hier vor dem Justizvollzugskrankenhaus.

Foto: Jörg Sommer

Fröndenberg/Kreis Unna.   Vermeintlich gefährliche Sendungen: Bislang keine weiteren Umschläge im Kreis Unna gemeldet. Auch Psychologe kann Motive nur vermuten.

Noch kein Untersuchungsergebnis hat die Kreispolizeibehörde Unna zu den Beuteln mit weißem Pulver, die am Dienstag per Post unter anderem die Fröndenberger Polizeistation erreichten — und hier wie auch bei Ikea in Kamen für Einsätze der „Analytischen Task Force“ der Feuerwehr Dortmund sorgten. Außerdem tauchte am selben Tag ein weiterer Umschlag mit Pulverbeuteln in der Arge in Hamm auf, wobei diese Sendung offenbar für die Arge in Unna bestimmt war. „Für die Arge ist Hamm die Hauptstelle, deswegen landete der Umschlag erst einmal dort“, erklärte Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna.

Wie berichtet, waren schon am Montag Plastikbeutel mit weißem Pulver in Umschlägen im Justizvollzugskrankenhaus am Fröndenberger Hirschberg eingetroffen, ebenso im Unnaer Katharinen-Hospital und im Rathaus der Stadt Werne. In diesen drei Fällen entpuppte sich die verdächtige Substanz als harmloses Backpulver.

Einen Beutel geöffnet

Dass sie am Montag sofort untersucht wurde, liegt laut Vera Howanietz daran, dass im Justizkrankenhaus ein Beutel geöffnet worden war: „Das hätte gefährlich werden können. Ansonsten geht von verschlossenen Plastikbeuteln keine Gefahr aus, deshalb ist die Untersuchung jetzt nicht so dringlich“, erklärte die Polizeisprecherin.

Am Mittwoch seien keine weiteren dieser bedrohlichen Sendungen mehr gemeldet worden.

Schlechter Scherz?

Was treibt einen Menschen an, der offenbar versucht, seine Umgebung mit vermeintlich gefährlichen Briefen in Angst und Schrecken zu versetzen? Darüber kann man auch in der Hemeraner Hans-Prinzhorn-Klinik nur rätseln, wie es am Mittwoch auf Anfrage der WP beim diensthabenden Psychologen hieß. Es könne um ausgeprägte Geltungssucht gehen, um einen schlechten Scherz oder tatsächlich um eine psychische Erkrankung. In jedem Fall gelte, dass der Versender auf Reaktionen in der Öffentlichkeit warte, zu der er Polizei und Presse zwinge und die er aller Wahrscheinlichkeit nach als Erfolge für sich verbuche. Auch Vera Howanietz ordnet die Briefe in diese Kategorien ein: Man finde eine solche Palette möglicher Motivationen auch bei Menschen, die böswillige Fehlalarme auslösten.

Unklar ist, ob die Fälle im Kreis mit dem jüngsten Vorkommnis in Dortmund zu tun haben. Dort ist weißes Pulver in einem Geschäft aufgetaucht. Vier Menschen, die damit in Berührung kamen, mussten vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus. Das Pulver habe sich dann aber kurz nach dem Einsatz der Feuerwehr als Vitamin C entpuppt. Für die Menschen habe keine Gefahr bestanden.

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