Radsport-Stadt

Radmuseum in Fröndenberg soll nun doch kommen

In Fröndenberg wurde bereits einmal vorübergehend im Ladenlokal am Markt 3 ein Rennradmuseum eingerichtet. Die Räder stammten aus der Sammlung des gebürtigen Fröndenbergers Andreas Grünewald

In Fröndenberg wurde bereits einmal vorübergehend im Ladenlokal am Markt 3 ein Rennradmuseum eingerichtet. Die Räder stammten aus der Sammlung des gebürtigen Fröndenbergers Andreas Grünewald

Foto: Marc Friedrich

Fröndenberg.  Fröndenberg soll doch ein Radmuseum bekommen. Ein Verein will in der Heimat von Sprint-Star Erik Zabel das Projekt stemmen – an kuriosem Ort.

Das Projekt Rennradmuseum kann jetzt richtig Fahrt aufnehmen. Der wichtigste Baustein dafür wurde am Montagabend gesetzt: die Gründung eines Träger- und Fördervereins. Dabei blieb es lange spannend.

„Darüber bin ich schon ein bisschen enttäuscht“, hatte zunächst am Beginn der Versammlung Bernd Kern über die Zahl der Teilnehmer in die Runde geblickt. So gerade eben zweistellig war die. „Aber man braucht ja auch nur sieben Leute, um einen Verein zu gründen.“ Nach fast zwei Stunden war die Stimmung dann deutlich optimistischer, nicht nur bei Bernd Kern. „Jetzt, wo erstmal das Gerüst steht, wird es vielleicht einfacher.“

Die Sitzung in der Gaststätte „Zum Markgrafen“ wurde am Montagabend schließlich zur Gründungsversammlung für den Förderverein Rennradmuseum in Fröndenberg. „Das ist eine einmalige Chance für Fröndenberg“. Dieser Satz kam während er Sitzung mehrfach aus mehreren Mündern. Schon lange geisterte die Idee in den Köpfen von Bürgerschaft und Politik herum. Der gebürtige Fröndenberger Andreas Grünewald, der nun bei Stuttgart lebt, hatte mit seinen Rennrad-Exponaten eine beeindruckende Ausstellung in den Räumen an der Ecke Alleestraße/Eulenstraße auf die Beine gestellt. Aus einem permanenten Museum an dieser Stelle wurde aber bekanntlich nichts. Dabei würde er etwa 80 Rennräder aus seiner Sammlung für das Museum zur Verfügung stellen.

Stadt will nicht Träger sein

Die Stadt sprang als möglicher Träger eines Museums ab. Dabei waren geeignete Räumlichkeiten mittlerweile gefunden. Brigitte Kern wird ihren Buchladen direkt am Marktplatz zum Jahresende schließen. Als Nachfolger könnte die Rennradausstellung hier hinein. Auf gut 250 Quadratmeter und damit ungefähr der doppelten Fläche die für die erste Ausstellung vor kurzem zur Verfügung gestanden hatte. Außerdem zentral gelegen und barrierefrei erreichbar. Kerns Ehemann Bernd trieb diese Idee weiter voran. Und er lud zu der Versammlung, die den nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zum Museum gehen sollte: die Gründung eines Träger- und Fördervereins.

Denn ein solcher fehlte noch. Die Frage der Finanzierung hingegen ist schon zum großen Teil geklärt. Eine Kalkulation hat für die ersten Jahre Kosten von etwa 64.000 Euro errechnet. 65 Prozent davon werden aus dem Leader-Topf kommen. Der Eigenanteil von etwa 22.000 Euro wird rein über den Arbeitseinsatz der Helfer, etwa als Führer während der Öffnungszeiten, erbracht. Erik Zabel trainierte in Fröndenberg.

Gutes Zureden an die Gründungsmitglieder

„Der Verein geht somit finanziell kein Risiko ein“, erklärte Bernd Kern. Zunächst aber einmal musste dieser Verein aus der Taufe gehoben werden. Spannend war die Frage, ob sich genügend neue Vorstandsmitglieder finden lassen. Der ein oder andere der Teilnehmer am Montagabend hatte nämlich erklärt, zwar aus Neugier vorbeigeschaut zu haben, allerdings nicht für Ämter zur Verfügung stehen.

Mit einem bisschen gutem Zureden an die Runde, allen voran von Bettina Hartwig-Labs (der neuen Geschäftsführerin des Vereins) gelang das schließlich. Bernd Kern erklärte sich bereit, des Posten des Vorsitzenden zu übernehmen. Am Ende fanden sich genügend Köpfe Und Hartwig-Labs jubelte: „Das ist historisch.“

Bachelor-Studenten sollen Konzept schreiben

An Ideen scheint es auch nicht zu mangeln. Ein detailliertes Museumskonzept könne zum Beispiel im Rahmen einer Bachelorarbeit an einer Hochschule erstellt werden. Der Förderverein Kulturzentrum (Kettenschmiede) ließ verlauten, mit Rat und Tat und seinen Erfahrungen aus 20 Jahren erfolgreicher Arbeit zur Verfügung zu stehen. Bedenkenswert, so ein Vorschlag, sei es möglicherweise auch, dass die Touristinfo der Stadt aus dem Rathaus dann in das Gebäude des künftigen Radmuseums umzieht.

Das hätte Synergieeffekte und die Ausstellung könnte öfter geöffnet sein. Ansonsten denken die Mitglieder an Öffnungen am Wochenende und auf Anfrage, und zwar vom Frühling bis in den Herbst. Ziel der Gründer ist eine Eröffnung schon im kommenden Jahr.

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