Traditon

Rezepte mit einer Geschichte gesucht

Möchten das Rezeptebuch zusammenstellen: Birgit Mescher, Helga Werth, Anna Louise Hese und Mareike Glasmeyer-Sehr.

Foto: Johanna Pankow

Möchten das Rezeptebuch zusammenstellen: Birgit Mescher, Helga Werth, Anna Louise Hese und Mareike Glasmeyer-Sehr. Foto: Johanna Pankow

Fröndenberg.  Kulinarisches Erbe: Alte Rezepte sollen gesammelt und der Nachwelt zugänglich gemacht werden.

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Rezepte werden oft von Generation zu Generation weitergegeben, denn nichts schmeckt so wie bei Oma. Das Fröndenberger Bündnis für Familie und Generationen und die Seniorenkreise in der Stadt Fröndenberg e.V. möchten diese Rezepte nun sammeln und für die Nachwelt festhalten. „Wir möchten das kulinarische Erbe erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärt Birgit Mescher, Gleichstellungs-, Familien- und Seniorenbeauftragte der Stadt Fröndenberg.

Tricks sollen erhalten bleiben

Die Idee zu der Rezeptesammlung entstand beim Seniorenmittagstisch, bei dem zwei Mal im Monat im Bürgerzentrum am Mühlenberg gemeinsam gekocht wird. „Bei einem der Treffen kippte auf einmal ein Becher Sahne um. Daraufhin sagte eine Dame: Daraus machen wir jetzt Butter“, erinnert sich Birgit Mescher. Gezielt gesucht werden für das Projekt Fröndenberger Senioren und Seniorinnen ab etwa 80 Jahren, die nicht nur ihr Lieblingsrezept von früher teilen wollen, sondern dazu auch eine Anekdote erzählen können.

Regionale Lebensmittel

Egal ob Vorspeise, Nachtisch oder Hauptgericht, jede Art von Rezept ist willkommen, das Gericht muss nachzukochen sein. „Am liebsten regionale Lebensmittel und Rezepte aus der bodenständigen Küche“, sagt Helga Werth. Sie leitet einen der Mittagstische und unterstützt bei allen Fragen rund um das Kochen. Die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin im Ruhestand macht besonders auf die Rezepte aufmerksam, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Um auch diese zu bewahren, sei die angesprochene Altersklasse so hoch gewählt: „Diese Generation hat die Nachkriegszeit erlebt. Man konnte nur mit dem kochen, was es damals gab“, erinnert Helga Werth, „Kartoffeln wurden in heißes Wasser gerieben, um eine gehaltvolle Suppe herzustellen, damit der Magen voll war.“ Heutzutage könne man Löwenzahn kaufen, damals aß man es aus der Not heraus.

Gerichte gemeinsam nachkochen

Fröndenberger allen Alters sollen die Hobby-Köche interviewen und die Rezepte verschriftlichen. Anschließend werden die Gerichte gemeinsam nachgekocht und verkostet.

Anna Louise Hese (16) möchte bei dem Projekt mitmachen undvielleicht ein Rezept ihrer Oma beisteuern: „Das könnte Spaß machen“, sagt sie. Gestaltet wird das Buch von der Mediendesignerin Mareike Glasmeyer-Sehr: „Das Buch soll etwa 90 bis 100 Seiten haben. Wir wollen den Bogen zwischen Jung und Alt spannen.“

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