Kaninchenzüchter

Rotauge und Feivel hüpfen beim Kaninhop für den W 427

Beim Kaninhop springen die Kaninchen über unterschiedlich hohe Hindernisse, so wie dieser kleine Racker.

Beim Kaninhop springen die Kaninchen über unterschiedlich hohe Hindernisse, so wie dieser kleine Racker.

Fröndenberg.   Rassekaninchenzüchter des W 427 nehmen an Kaninhop-Wettbewerben und Schauen teil. Vorsitzender Willi Niederhausen ist stolz auf den Nachwuchs.

Willi Niederhausen (58) ist Vorsitzender der Rassekaninchenzüchter des W 427 Fröndenberg-Warmen. Er engagiert sich seit einigen Jahren bei dem Verein.

WP-Redakteur Marc Friedrich sprach mit Willi Niederhausen über das Talent bei der Sportart Kaninhop, den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen und warum der Verein – im Gegensatz zu vielen anderen in der Region – keine Nachwuchssorgen hat.

Das Fabelwesen heißt ja Osterhase. Ärgert es Sie, wenn Leute Hasen und Kaninchen nicht auseinander halten können?

Willi Niederhausen: Nein. Kinder sagen oft Hoppelhase zum Kaninchen. Ich habe da kein Problem mit.

Haben sie eines Ihrer Kaninchen schon mal dabei erwischt, wie es Ostereier versteckt hat – oder sind die dafür zu klein?

(lacht) Nein, das ist noch nicht vorgekommen. Zu klein muss nicht mal sein. Es gibt auch ein Hasenkaninchen. Das ist dem Hasen in freier Natur sehr ähnlich. Also vorne mit dem hohen Stand und so. Sieht sehr schön aus.

Ich muss zugeben, dass ich das noch nie gehört habe. Ist das etwas Ungewöhnliches, dieses Hasenkaninchen?

Das ist eine ganz alte Rasse.

Sie kennen sich bestens aus mit den Tieren. Was hat sie zum Verein gebracht?

Ich bin damals schon in der Jugend im Verein gewesen. Okay, dann kam nachher Fußball, da habe ich mich ein wenig zurückgezogen. Aber privat habe ich immer ein paar Kaninchen gehabt. Und im Jahr 2004 bin ich wieder voll eingestiegen.

Wie viele Tiere haben Sie selber, und wo halten Sie die?

Im Moment habe ich ungefähr 40 bis 50. Ich habe eine Hütte und Stallanlage im Garten.

Kinder geben Tieren gerne Namen. Machen Sie das auch?

Teilweise. Wir haben welche dabei, das sind Kaninhopper. Die haben einen Namen. Die anderen Tiere haben ihre Tattoos im Ohr, und denen gebe ich auch keine Namen, weil sie auf Ausstellungen verkauft oder abgegeben werden.

Was haben die dann so für Namen?

Zum Beispiel haben wir ein weißen Zwergwidder Rotauge, der heißt Amigo. Ein anderes Kaninchen heißt Feivel ...

… wie die Zeichentrickfigur.

Ja, genau. Aber zu unserer Zeit war der Film von Disney ganz groß. Deswegen haben wir den Feivel genannt. Dann haben wir Jumpy. Das war das erste, mit dem ich Kaninhop gemacht habt.

Wie lernfähig sind Kaninchen? Wenn man mit den Sport Kaninhop macht, ist das etwas, was man denen richtig antrainieren kann?

Nicht alle Tiere sind tauglich für Kaninhop. Das sieht man schon beim ersten Training. Aber im Großen und Ganzen so 70 bis 80 Prozent sind geeignet. Es gibt Tiere, da steckt das im Blut mit drin. Wir haben wirklich schon welche gehabt, die waren das erste Mal beim Training dabei und sind direkt über alle Hindernisse geprescht. Andere brauchen sechs, sieben, acht Wochen Training.

Wie oft findet so ein Training statt?

Wir treffen uns in Warmen in der Schützenhalle einmal in der Woche. Es soll doch schon regelmäßig trainiert werden, wenn es eine längere Pause gibt, merkt man es den Tieren doch schon an.

Vor etwa einem guten Monat hat W 427 fünf Landesmeistertitel bei einer einzigem Wettbewerb gewonnen. Wieso ist der Verein so erfolgreich?

Das haben andere auch gefragt. Die Vereinsarbeit, der Zusammenhalt der Kollegen. Wir helfen uns gegenseitig, wenn es irgendwie Probleme gibt. Wir machen uns viele Gedanken wegen der Tiere,machen regelmäßig Tierbesprechungen oder Fehleranalyse. Das sind gravierende Punkte. Wenn im Verein irgendetwas nicht funktioniert, dann sind auch oft die Erfolge nicht so da.

Zwei sehr junge Vereinsmitglieder haben auch Preise gewonnen. Wir hören oft von Vereinen, die Nachwuchssorgen haben. Ist das bei ihnen nicht so?

Nein. Wir haben im Kreis Unna die größte Jugendgruppe. Im ganzen Kreis Unna machen das 27 oder 28 Jugendliche. Und 18 davon sind bei uns.

An Feiertagen gibt es bei vielen Leuten einen besonderen Braten. Würden sie noch Hasenbraten oder Kaninchen essen?

Ab und zu essen wir auch mal Kaninchen, aber nicht regelmäßig.

Also ist es nicht so, dass man sagt: „Die sind uns so ans Herz gewachsen, das können wir nicht.“?

Ich selber schlachte nicht, das fällt mir zu schwer. Ich sehe lieber zu, dass die Tiere unter die Leute kommen. Als Kuscheltier für ein Kind oder so.

Och, wie süß. Das heißt, Sie geben auch mal Kaninchen an ein Kind ab?

Ja. Bevor es geschlachtet wird, mache ich es lieber so.

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