Kreis Unna informiert

Schweinegrippe: Schwangere haben erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe

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Der Kreis Unna beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Schweinegrippe: Es sei nicht auszuschließen, dass bei breiter Anwendung eines neuen Arzneimittels, also auch eines Impfstoffes, bislang unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Bisher wurden aber nur leichte Nebenwirkungen beobachtet.

Pandemrix heißt einer der Impfstoffe gegen die Neue Grippe. Von ihm wurden deutschlandweit 50 Millionen Dosen bestellt. Der entsprechende Musterimpfstoff hat eine Zulassung der EU-Kommission erhalten. Voraussetzung dieser Zulassung waren u.a. klinische Prüfungen an mehreren tausend Probanden, zunächst Erwachsene. Im Anschluss an die Zulassung durch die Europäische Agentur für Arzneimittel erfolgt die jeweilige Chargenfreigabe durch das in Deutschland für Medikamentenzulassungen zuständige Paul-Ehrlich-Institut.

Gibt es eine Impfempfehlung?

Ja, eine Impfempfehlung wurde durch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut ausgesprochen.

Für wen gilt die Impfempfehlung?

Da der Impfstoff erst nach und nach zur Verfügung steht, sollten sich laut STIKO einige Gruppen vorrangig impfen lassen:

- Beschäftigte im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material

- Personen ab 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen eines Grundleidens (z.B. chronisch Kranke)

- Schwangere

Außerdem impfen lassen sollten sich Beschäftigte im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (z.B. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen). Grundsätzlich soll jeder, der sich impfen lassen möchte, die Impfung erhalten.

Was müssen Schwangere bei der Impfung gegen die Neue Grippe beachten?

Schwangere gehören zu einer Gruppe, für die eine vordringliche Impfung von vielen Fachleuten gegen die Neue Grippe als wichtig angesehen wird. Die epidemiologischen Daten zum aktuellen Stand zeigen, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe durch die Neue Grippe haben. Da es jedoch bislang keine klinischen Studien zur Sicherheit des Impfstoffs gegen die Neue Grippe bei Schwangeren gibt, sollte Pandemrixâ bis zum Vorliegen weiterer Daten bei Schwangeren nicht angewendet werden.

Warum sollen sich chronisch Kranke gegen saisonale und Neue Grippe impfen lassen?

Personen mit Grunderkrankungen haben sowohl bei der saisonalen Grippe als auch bei der Neuen Grippe ein erhöhtes Risiko, schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. Besonders gefährdet sind dabei Menschen, die beispielsweise eine geschwächte Lungenfunktion durch Asthma oder COPD (Chronisch Obstruktive Lungenkrankheit) bzw. ein schwaches Immunsystem durch eine zugrunde liegende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme haben. Personen mit Grunderkrankungen sollten sich daher rechtzeitig sowohl gegen die saisonale als auch gegen die Neue Grippe beraten und impfen lassen.

Ist die Impfung freiwillig?

Die Impfung wird ausschließlich auf freiwilliger Basis im Rahmen der Impfstoffzulassung angeboten.

Wie sieht die Impfung konkret aus?

Es ist eine intramuskuläre Injektion, wie man sie auch bei vielen anderen Impfungen vornimmt. Für 10- bis 60jährige gibt es eine einmalige Impfung, bei Älteren und Jüngeren kann eine zweifache Impfung stattfinden.

Wer bezahlt die Impfung?

Die Impfung wird aus einem von den Krankenkassen und dem Land gespeisten Impffonds bezahlt. Für nicht verabreichte Dosen übernimmt das Land NRW die Kosten.

Wie läuft die Impfaktion im Kreis Unna ab?

Personen aus den vorrangig zu impfenden Gruppen werden größtenteils durch ihre Betriebsärzte geimpft.

Die Impfung der breiten Bevölkerung übernehmen niedergelassene Ärzte, die sich zur Übernahme dieser Tätigkeit bereit erklärt haben. Impfwillige melden sich bei diesen Ärzten, die dann eine entsprechende Anzahl von Impfdosen über Gesundheitsbehörde und Apotheken bestellen und die Impftermine vergeben.

Woher weiß ich, welche Arzte im Kreis Unna gegen die Neue Grippe impft?

Die Liste der so genannten Impfärzte im Kreis Unna findet sich im Internet unter www.kreis-unna.de und wird zeitnah aktualisiert.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Es ist nicht auszuschließen, dass bei breiter Anwendung eines neuen Arzneimittels, also auch eines Impfstoffes, bislang unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Bisher wurden bei Impfungen zur saisonalen Grippe lokale Beschwerden wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle, die etwa ein bis drei Tage anhalten, beobachtet. Leichte Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Mattigkeit usw. können ebenfalls auftreten. Die Fachleute des Paul-Ehrlich-Instituts sagen aber, dass solche Nebenwirkungen, wenn überhaupt, sehr selten sind. Die Erfassung und Bewertung von Nebenwirkungen während der Anwendung der Impfstoffe gegen die Neue Grippe ist daher von besonderer Bedeutung. Hierfür werden weltweit, auch in Deutschland, entsprechende Surveillances-Systeme zur Beobachtung und Erfassung aufgebaut.

Was passiert, wenn das Virus mutiert?

Nach allen Erfahrungen, die man mit der saisonalen Grippe und speziellen Muster-Impfstoffen gemacht hat, sollte der Neue-Grippe-Impfstoff auch noch schützen, wenn sich das Virus verändert. Gegen die derzeit als normale Grippe zirkulierenden Viren hilft der Neue-Grippe-Impfstoff allerdings nicht. Sie sind zu verschieden.

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