Börde trifft Ruhr

Songschreiber-Workshop: Kein Interesse am Lied über Heimat

Die Teilnehmer Torben (am E-Piano) und Richard (an der Gitarre) aus Werl bzw. Soest

Die Teilnehmer Torben (am E-Piano) und Richard (an der Gitarre) aus Werl bzw. Soest

Foto: Alexander Lück

Fröndenberg.   Ein Lied über Fröndenberg - das hätte der Songschreiber-Workshop hervorbringen können. Wenn denn Fröndenberger Jugendliche mitgemacht hätten.

Ein Song über Fröndenberg. Geschrieben von Jugendlichen, die in den Texten ihr Heimatgefühl ausdrücken, was sie an ihrer Stadt mögen oder auch vermissen. Das hätte der Songschreiber-Workshop im Rahmen des Leader-Projektes hervorbringen können – wenn denn auch Fröndenberger Jugendliche mitgemacht hätten.

Veranstalter hinterfragen Jugend

Die fünf Teenager, die sich im Bürgerzentrum auf dem Mühlenberg versammelt hatten, kamen aus Wickede, Werl und Soest. Die beiden erstgenannten gehören wie auch Fröndenberg und noch zusammen mit Ense und Welver zur Leader-Region „Börde trifft Ruhr“. Und in diesem Rahmen fanden die ganze Woche über Songschreiber-Workshops in den einzelnen Kommunen statt. Mit dem kreativen Auftrag: Schreibt ein Lied über Eure Heimat! Als letzter Termin auch in Fröndenberg. Aber eben ohne Fröndenberger Beteiligung. Was die Verantwortlichen vor die Frage stellt, warum hier in der Stadt überhaupt kein Interesse geweckt werden konnte für die musikalisch-kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Stadt. Was den Tatendrang und die sprudelnde Ideen der Teilnehmer am Samstag im Bürgerzentrum aber kein bisschen schmälerte.

Abschlusspräsentation

Die 13-jährige Jennifer war einen Tag vorher schon in Wickede beim Workshop gewesen – ihrer Heimatstadt. Nach Fröndenberg kam sie dann am Samstag, um das Begonnene mit dem dreiköpfigen Team fertig zu stellen. Songtexte habe sie vorher noch nie geschrieben, erzählte sie. Nun aber einige beeindruckende Zeilen zu Papier gebracht, die aufzählten, was das Leben in ihrem Wohnort besonders macht: Für Jennifer sind das in erster Linie der Jugendchor „Cantalino“, in dem sie singt, der Sportverein und natürlich auch das Schützenfest.

Mit Ingo Starink hat sie auch gleich ein Video gedreht, unter anderem auf dem Außengelände des Bürgerzentrums. „Deshalb habe ich jetzt nasse Socken, aber das war es wert.“ Auch Aaron, Lina, Torben und Richard haben Musik und Text für einen Song geschrieben. Während die einen schon Gitarre und Klavier aufnehmen, diskutieren die anderen noch aufgeregt über einzelne Textpassagen. Und damit auch darüber, wie sie Heimat in ihrem eigenen Lied definieren wollen.

Eventuell Wiederholung

Am heutigen Samstag, 4. Mai, wird eine Präsentation aller in dieser Woche entstandenen Songs samt Videos der Öffentlichkeit präsentieren (siehe Infobox). „Die Videos werden ganz toll und teilweise richtig spektakulär, weil wir auch mit Drohnen gearbeitet haben“, berichtet Work­shopsleiter Robin Brunsmeier von der Sound-Bäckerei Halver. Vielleicht, so erzählt er, werden diese Aufmerksamkeit erzielen. Und bei einer eventuellen Wiederholung auch Fröndenberger in den Workshop locken.

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