Konzert

Weihnachtlicher Glanz in Pfarrkirche St. Marien

Foto: Tobias Schad

Fröndenberg.  Festliche Pracht, weihnachtlicher Glanz: Kaum etwas bringt die Freude über Jesu Geburt so strahlend zum Ausdruck wie Bachs Weihnachtsoratorium. Der Schulchor des Mendener Walbur­gisgymnasiums begeisterte damit am Samstagabend in der voll besetzten St.-Marien-Kirche.

So dicht gedrängt musste man nicht einmal in den Weihnachtsmessen sitzen, aber der WBG-Chor von der anderen Seite der Ruhr bringt nicht nur gut 60 Sängerinnen und Sänger – neben aktuellen wie ehemaligen Schülern und Lehrern auch ein paar Eltern – auf die Bühne, er ist auch ein gern gehörter Gast in der Fröndenberger Pfarrkirche und überzeugte hier bereits mit Werken etwa von John Rutter.

Uraufführung 1734

Nach dessen „Mass of the Children“ vor knapp sieben Jahren widmete man sich nun am zweiten Tag des neuen Jahres dem mutmaßlich größten Komponisten aller Zeiten mit seinem bekanntesten Werk zur Weihnachtszeit: Bachs Weihnachtsoratorium, uraufgeführt in seinen sechs Kantaten vom 1. Weihnachtstag des Jahres 1734 bis zum Dreikönigsfest zwei Wochen später.

Das Konzert widmete sich der Hälfte davon – die restlichen Kantaten erfordern eine noch größere instrumentale Besetzung. Für diese zeichnete das Studentenorchester Dortmund verantwortlich, mit dem der Schulchor bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat und welcher aus Studierenden wie Absolventen der Uni besteht.

Die Gesamtleitung hatte Dr. Ansgar Bornhoff, Musiklehrer und seit kurzem auch stellvertretender Schulleiter des Walburgisgymnasiums inne, und er ließ nach festlichen Fanfaren der Blechbläser den Chor die bekannten Verse jubilieren: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan!“

Majestätische Blechbläser

Bescheidenheit im Klang ist nicht unbedingt das Merkmal von Bachs Komposition, drückt sie doch die Freude über die Geburt des Königs und Erlösers im ärmlichen Stall aus, und so schmettern majestätische Blechbläser-Akzente wie helle und warme Klänge der Flöten, Holzbläser und Streicher diese Freude immer wieder hinaus.

Der Gesang steigt in diese Pracht gerne mit ein, setzte etwa im Abschlusschoral der ersten Kantate „Ach, mein herzliebes Jesulein!“, aber auch einen stimmungsvollen Kontrast zu der instrumentalen Wucht mit meditativer Innerlichkeit in Gesangsmelodie und vorgetragenem Text.

Bornhoff führte den großen Klang- und Gesangskörper mit knapp dreistelliger Personenzahl souverän durch das Werk, ließ zu Beginn der dritten Kantate „Herrscher des Himmels“ mit Trommelschlägen eindringlich das Kirchengemäuer erzittern und später die Sänger das aufgeregte Stimmengewirr der Hirten in Bethlehem imitieren.

Vier Solisten übernahmen die Arien, welche die Handlung des Weihnachtsgeschehens – nach den Evangelien von Lukas und Matthäus – inhaltlich vorantrieben. Der Choral „Ich steh an deiner Krippe hier“ leitete in den festlichen Schlusschor über.

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