Party

Emotionale Momente bei der Abba-Nacht an Schloss Westerholt

Die Abba-Tribute-Band „Abba Deluxe“ vor der Kulisse des Schloss Westerholt in Herten.

Die Abba-Tribute-Band „Abba Deluxe“ vor der Kulisse des Schloss Westerholt in Herten.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Herten-Westerholt.  Weil viele Westerholter mit anpacken, können die „Emotional Moments“ am Schloss stattfinden. Am Freitag boten die eine lange Abba-Nacht.

„Knowing Me, Knowing You“, singen Abba. Die echten vier Schweden-Promis sind das natürlich nicht, die da vor dem Schloss Westerholt auf der Bühne stehen. Aber immerhin eine preisdekorierte Band aus England. Zu deren Songs tanzen die Gäste auf dem Vorplatz des Schlosses – und auf dessen Fassade unzählige Lichtpunkte. Mit „Voulez-vous“ geht es weiter. Eine ausgelassene Party nimmt ihren Anfang.

Es ist die dritte Ausgabe der „Emotional Moments“. Mit ihnen macht der Westerholter Veranstalter Gregor Leinweber den Schlosspark zur Konzertkulisse. Die ersten Ausgaben fanden sogar mitten im Grünen statt. Nun wechselte man vor das Schloss, um auch Sitzplätze anbieten zu können. Die historischen Gemäuer und auf der anderen Seite etliche Bäume sind in bunte Farben getaucht. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das schöne Ambiente in ganz neuem Licht erstrahlen zu lassen“, sagt Tim Jansen, der für die Technik verantwortlich ist.

Ohne Sponsoren geht es nicht

Rund 500 Gäste sind gekommen, eine lange Abba-Nacht zu erleben. Betrachtet man den technischen Aufwand und das Renommee der Bühnenkünstler ist sogleich klar, über den Eintritt rechnet sich das nicht. „Ohne die Sponsoren könnten wir diese Veranstaltung nicht durchführen“, sagt Gregor Leinweber und erzählt von dem besonderen Engagement der Financiers. Die kommen nahezu alle aus Westerholt und helfen, im Rahmen der individuellen Möglichkeiten, dass solche Events hier stattfinden können. Aus Heimatliebe. Und weil sie selbst auch Freude haben an den Abenden.

Einer derer ist Georg Hüsken, Betreiber der Schlossgastronomie. Er wollte, nach wetterbedingten Rückschlagen, dem Veranstalter helfen, das Risiko zu tragen und gab einen Betrag dazu. Und der Lichtinszenierung wegen, die auch die Fenster mit einbezieht, kann er hier heute Nacht keine Gäste schlafen lassen. „Man verzichtet schon auf etwas. Aber für Westerholt ist diese Veranstaltung gut. Also lohnt es sich.“

Begeistert ist auch Tim Müller. Der Westerholter betreibt eine Golfschule in Essen und spricht Gregor Leinweber nach ein paar Titeln an, er wolle auch helfen, beim nächsten Mal Geld geben. „Als ich da gerade stand dachte ich, dass muss man unterstützen.“

Veranstaltung, die Menschen zusammenbringt

Die Solidarität geht noch weiter. Ludwig Cichon etwa ist seit der ersten Ausgabe dabei. Seine Frau stößt gleich erst zu ihm. Noch hilft sie im Eingangsbereich bei der Kartenkontrolle. Sie seien eben echte Unterstützer, sagt er. „Ich bin gern hier, weil der Ort so schön ist und die Shows sehr gut gestaltet sind“, so der Westerholter. „Und wir sind hier eine große Gemeinschaft. Nicht zuletzt, weil Gregor Leinweber mit seinen Veranstaltungen die Menschen zusammen bringt.“

Jeder kennt jeden, so scheint es. Entsprechend gut ist die Laune. Abba geht ja auch eigentlich immer. Auch wenn die meisten Männer auf die Frage, ob sie Fan seien, angeben, es seien mehr ihre Frauen, die die Musik schätzten. „So ein bisschen“, gesteht Carlo Graf von Westerholt und lacht. Das große Revival der Band sei in seine Pubertät gefallen. Für ihn, der nur ein paar Schritte gehen muss, um dabei zu sein, ist dies fast Ehrensache. „Der Hof ist voll, das ist schön“, freut er sich. Derweil scheint es von der Bühne Gold zu regnen, so kunstvoll sind die Lichteffekte. Der Soundtrack dazu: „Mamma Mia“.

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