Unternehmergeist

Gelsenkirchener Jungunternehmer plant internationale Messen

Der junge Hamza Erdogan aus Gelsenkirchen-Horst organisiert neben dem BWL-Studium interkulturelle Messen mit dem Titel „Kazel Expo".

Der junge Hamza Erdogan aus Gelsenkirchen-Horst organisiert neben dem BWL-Studium interkulturelle Messen mit dem Titel „Kazel Expo".

Foto: Kira Schmidt

Horst.  Der junge Horster Unternehmer Hamza Erdogan organisiert internationale Messen. Hier sollen Menschen einander begegnen und miteinander feiern.

„Gelsenkirchen braucht den Dialog zwischen den Kulturen – sehr dringend“, sagt Hamza Erdogan. „Ich bin hier groß geworden, habe hier Fußball gespielt, bin auf das Leibniz-Gymnasium gegangen und studiere jetzt an der Fachhochschule. Ich bin ein Gelsenkirchener Junge. Deswegen macht es mich so traurig, dass das Potenzial, was diese Stadt hat, überhaupt nicht genutzt wird.“

„Wir in Horst“ will Miteinander der Kulturen erreichen

Interkulturelle Begegnungen sind dem 23-Jährigen nahezu in die Wiege gelegt. Vater Hüseyin gründet vor sieben Jahren das Bündnis „Wir in Horst“, welches das Miteinander der Kulturen in Horst erreichen will. Der junge Hamza geht da noch zur Schule – und brennt schon für diese Idee. „Ich wollte unbedingt so oft es ging mithelfen. Aber ich hatte damals Prüfungen, musste viel lernen.“ Der junge Mann erkennt jedoch rasch, „interkulturelle Veranstaltungen fehlen hier völlig, die werden einfach nicht gemacht“. In dem Schüler reift damals ein Entschluss: „Ich wollte mich schon früh selbstständig machen – als Veranstalter interkultureller Events.“

Einige Jahre später geht er das an, organisiert zunächst ein Musikfestival am Kanal. Dazu lädt er Musiker aus verschiedenen Ländern ein. In den vier Tagen beobachtet er ein Phänomen: „Habe ich einen albanischen Musiker auf der Bühne, kommen nur Albaner.“ Folge eine Band aus einem anderen Land, wechsele das Publikum sofort. Das gemeinsame Feiern bleibe da einfach auf der Strecke. Die neue Idee: Unter dem Dach einer mehrtägigen, interkulturellen Messe alles verbinden und hoffen, dass so mehr Miteinander möglich ist.

Bildungsaspekte sollen stärker Thema sein

Vor zwei Jahren gründet Hamza Erdogan gemeinsam mit dem erfahrenen Dortmunder Veranstalter Hasan Hüseyin Kazel die „Kazel Event Agentur“. Sie konzentriert sich auf Messen. In diesem Jahr schaffen es die beiden Unternehmer, fünf davon im In- und Ausland zu organisieren. Vor einigen Monaten findet diese auch in Gelsenkirchen statt – erstmals auf heimischen Boden. Der Zulauf ist damals zufrieden stellend. Das Verhältnis von Besuchern mit türkischem Migrationshintergrund zu jenen mit deutschen Wurzeln ist es noch nicht. „Wir haben unser Ziel, ein Verhältnis von fünfzig zu fünfzig Prozent zu haben, noch nicht erreicht.“ Daher sollen im nächsten Jahr mehr deutsche Unternehmen, am liebsten aus der Heimatstadt, vertreten sein. Dann übrigens sollen es acht Messen werden, die das Duo in der Republik auf die Beine stellt.

Den Jugendlichen eine Vision bieten

Auch inhaltlich sollen sich diese entwickeln. Noch setzen sie auf Gesellschaftskultur, kombinieren diese mit Musik, Literatur und Schauspiel. Künftig sollen ebenso Bildungsaspekte ein Thema sein – weil sie es in manch einer Familie mit Migrationshintergrund eben nicht seien, räumt Hamza Erdogan ein. Das will er, im Bündnis mit vielen anderen, ändern. „Es fehlt den jungen Menschen an den richtigen Vorbildern. Wir wollen zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man sich engagiert.“ Deutschland biete alle Möglichkeiten für jene, die wirklich lernen wollen. Das aber bedürfe der richtigen Anreize. „Deswegen nutzen wir die sozialen Medien, um junge Menschen zu erreichen. Wichtig ist, dass wir den Jugendlichen eine Vision bieten können, eine Idee von dem, was sie erreichen können im Leben – wenn sie es wirklich wollen.“

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