Umwelt

Gelsenkirchener Wochenmärkte werden ab 2020 plastikfrei

Es geht auch ohne Einweg-Verpackung: Siegbert Panteleit (r.) und Wilhelm Weßels von Gelsendienste präsentieren das neue Starterpaket, das ab Anfang Juni auf den Wochenmärkten verkauft wird.

Es geht auch ohne Einweg-Verpackung: Siegbert Panteleit (r.) und Wilhelm Weßels von Gelsendienste präsentieren das neue Starterpaket, das ab Anfang Juni auf den Wochenmärkten verkauft wird.

Foto: Heinrich Jung

Buer.   Bis 2020 möchten Markthändler und Gelsendienste problematisches Plastik verbannen. Dazu startet Anfang Juni die Aktion „Fünf Euro für die Umwelt“.

Die schrecklichen Bilder kennt jeder: Meeresschildkröten und Wale sterben qualvoll, weil sie Plastik gefressen haben. In den Weltmeeren schwimmt kaum noch ein Fisch, der keinen Mikroplastik in seinen Organen angesammelt hat. Über die Nahrungskette gelangt das schädliche Plastik zurück zum Menschen.

Einen kleinen Schritt zur Entlastung von Umwelt, Tier und Mensch wollen Gelsendienste und die Markthändler in Gelsenkirchen jetzt gemeinsam gehen. Bis zum Jahresende sollen die Wochenmärkte plastikfrei werden.

Kampf gegen den Verpackungsmüll

Ab Juni startet der Kampf gegen den Verpackungsmüll. Dann heißt die Devise „Fünf Euro für die Umwelt“. Für den Preis verkauft Gelsendienste (siehe Box) jeweils von 10 bis 13 Uhr in der mobilen Abfallberatung das sogenannte Starterset an die Besucher.

Es beinhaltet eine Kühltasche, drei Frischhaltedosen, zwei Gemüsebeutel aus Baumwolle und natürlich den lindgrünen „Mein Wochenmarkt“-Einkaufsbeutel mit der buerschen Linde, der vor etwa zehn Jahren eingeführt wurde.

„Ein begehrtes Objekt“, berichtet Siegbert Panteleit. Vor einigen Jahren, als die Stadt kurzfristig einen Lieferengpass für den grünen Beutel hatte, „hat jemand im Internet 20 Euro für die Tasche mit der buerschen Linde geboten“. Für Panteleit ist die Botschaft klar. Denn der Träger suggeriere seiner Umgebung: „Ich verhalte mich alles andere als Mainstream. Ich kaufe auf dem Wochenmarkt“.

Neben Gelsendienste werden sich übrigens auch die Markthändler Gedanken machen. „Sie werden aktiv wiederverwertbare Verpackungen anbieten“, sagt Willi Weßels von Gelsendienste. „Wir versprechen uns davon einen wichtigen Beitrag für die Umwelt. Hand in Hand, mit den Kunden und den Wochenmarkthändlern“, so Weßels.

Dosen werden befüllt

Wie in den Unverpackt-Läden werden die Markthändler in Zukunft mitgebrachte Frischhaltedosen oder Beutel mit Wurst, Käse oder Gemüse befüllen.

Müllvermeidung ist allerdings erst der erste Schritt zu mehr Umwelt- und Klimafreundlichkeit.

„Wir werden in Zukunft noch intensiver darauf achten, dass wir hochwertige Produkte aus der Region anbieten“, sagt Panteleit. Man werde hinterfragen, ob man die Kartoffel aus Zypern wirklich brauche, oder ob es nicht Alternativen aus Deutschland gibt. Gleiches gelte für Orangen aus Brasilien oder die Rose aus Afrika. Durch kurze Wege werde CO2 eingespart. Und durch die Möglichkeit, auf dem Markt auch kleine Mengen einkaufen zu können, werde der Weg der Lebensmittel in die Abfalltonne reduziert.

25.000 Besucher pro Woche

Potenzielle Ansprechpartner finden Gelsendienste und die Markthändler auf den Wochenmärkten allemal: Schließlich besuchen durchschnittlich 25.000 Menschen die Märkte in der Stadt. Pro Woche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben