Kunst-Festival

Lichtspiele „Goldstücke“ verwandeln Buer in Open-Air-Galerie

Die Künstlergruppe „World of Light“ illuminiert den Goldbergpark in Gelsenkirchen-Buer beim Lichtkunst-Festival „Goldstücke“.

Die Künstlergruppe „World of Light“ illuminiert den Goldbergpark in Gelsenkirchen-Buer beim Lichtkunst-Festival „Goldstücke“.

Foto: Limeart

Gelsenkirchen-Buer.  Das Lichtkunst-Festival „Goldstücke“ in Gelsenkirchen verwandelt die City von Buer in eine Open-Air-Galerie. Der Eintritt ist frei.

Wenn es dämmert auf dem Goldberg – wird’s hell: Dieser Widerspruch gilt ab morgigen Mittwoch, 2. Oktober, bis Sonntag, 6. Oktober, in der City von Buer, wenn das Festival „Goldstücke“ Premiere feiert. Zehn bundesweit aktive Künstler tauchen mit ihren Installationen Goldbergpark, Hoch- und Springestraße, Robinienhof und Kunstmuseum in faszinierendes Licht, sorgen mit Illuminationen, Walking-Acts und optischen Täuschungen für neue Perspektiven aufs vertraute Stadtbild. Hier ein Überblick über Akteure, Werke und Standorte.

Philipp Artus multidisziplinärer Künstler und Filmemacher aus Berlin, präsentiert auf der Brücke des Kunstmuseums, Horster Straße 5-7, die interaktive Installation „Aquatics“, bei der animierte Wasserwesen umherschwimmen und durch Algorithmen miteinander in den Dialog treten. Besucher sind eingeladen, im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration selbst eigene Figuren zu gestalten, die dann zum Leben erweckt werden. Im Zusammenspiel aller autonomen Figuren entstehen plötzliche Bewegungsmuster.

Rieselnder Baustaub wird durch Beleuchtung zur Leinwand

Karen Fritz aus dem Saarland baut für ein leerstehendes Ladenlokal an der Ophofstraße 2 ein „Partikuläres Kontinuum“ – eine Maschine, durch die fein gemahlener Baustaub rieselt. Durch die spezielle Beleuchtung wird der Staub zur Leinwand, auf die Licht projiziert wird. Das Ergebnis ist ein intensives Zusammenspiel von Licht, Schatten und Bewegung. Den Staub hat die Künstlerin auf Baustellen in Gelsenkirchen gesammelt.

Jacqueline Hen und Marius Förster installieren vor Ort im Schaufenster des Ladenlokals Horster Straße 6 eine auf den Raum abgestimmte Arbeit mit dem Titel „358-298“. Sie ist angelegt als Spiel zwischen Vorder- und Hintergrund, Sichtbarem und Versteckten. Während die in Berlin und Köln lebende Künstlerin an der Schnittstelle von Design, Kunst und Forschung arbeitet, widmet sich Förster, Gestalter aus Köln, dem Schwerpunkt Transformation-Design.

Künstliches Licht simuliert Sonnenaufgänge in Echtzeit

„Man muss langsam gehen, um im Licht zu bleiben“ haben Martin Hesselmeier und Lyoudmila Milanova ihre Lichtinstallation im Türmchen des Kunstmuseums , genannt, die Tageslicht einfängt und es in der Nacht wiedergibt. Die Arbeit simuliert mit künstlichem Licht Sonnenaufgänge von anderen Orten in Echtzeit. Sie startet nach dem Sonnenuntergang und endet mit dem echten Sonnenaufgang.

Lyoudmila Milanova agiert bei dem „Videoscreening Urbane Räume“, das auf der Dachterrasse des Kunstmuseums zu sehen ist, als Kuratorin. Die Stadt als Lebensraum wird dabei in ihren unterschiedlichsten Facetten als architektonische Landschaft thematisiert, die Spuren des Historischen aufweist, aber auch Bilder der Zukunft malt. Insofern macht das Filmprogramm Lust, urbane Räume zwischen großer Anonymität, dem Moment der Freiheit und der Heimat exotischer Pflanzen und Tiere nachzuspüren.

Overhead-Projektionen auf zerknüllte Folien

Der Berliner Max Sudhues stellt 30 Overhead-Projektoren in das seit 2008 leerstehende Kaufhaus Weiser an der Hochstraße 2-4 und platziert darauf bemalte und zerknüllte Folien. Die Projektionen auf Boden, Wänden und Decken wecken Assoziationen von sich windenden Körpern, Tieren, Inseln, abstrakten Landschaften oder menschlichen Gesten.

Mit einer Variation seiner Arbeit „Rainbow“ ist Philipp Valenta in der Robinienhof-Passage zu Gast. Dafür hat er Geldscheine in farblicher Abfolge eines Regenbogens auf einer Neonröhre angebracht, die so zu einem buchstäblich wertvollen Lichtobjekt wird, das in den Schaukästen der Unterführung die Blicke auf sich ziehen dürfte. Wer darin Anspielungen sieht auf den Regenbogen als Symbol für sexuelle Minderheiten oder auf die Debatte um bargeldlose Zahlung – der liegt genau richtig.

„World of Lights“ um Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif illuminieren schließlich den Goldbergpark, das Gebäude der Sparkasse Buer am Springemarkt und verschiedene Orte der City Buer. Arbeiten des Duos in Frankfurt, Mannheim, Essen und Hamm haben bereits Hunderttausende Zuschauer gesehen.

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