Neues Humor-Buch

Autor Kai Twilfer rechnet mit den Schlaumeiern ab

Wurde dank der Proll-Figur Schantall zum Bestseller-Autor: Der Gelsenkirchener Kai Twilfer, hier bei einer Lesung in der Stadtbibliothek vor zwei Jahren, legt jetzt sein neues Buch „Ein Arschvoll Ratschläge“ vor-

Wurde dank der Proll-Figur Schantall zum Bestseller-Autor: Der Gelsenkirchener Kai Twilfer, hier bei einer Lesung in der Stadtbibliothek vor zwei Jahren, legt jetzt sein neues Buch „Ein Arschvoll Ratschläge“ vor-

Foto: Jochaum Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Der Gelsenkirchener Bestseller-Autor Kai Twilfer legt sein neues Humor-Buch „Ein Arschvoll Ratschläge“ vor und rechnet mit guten Tipps ab.

Kai Twilfer verdreht die Augen: „Unser ganzer Alltag ist voller Probleme, und für jedes einzelne gibt es inzwischen einen Ratgeber.“ Zu fett, zu wenig fit, Stress im Büro oder Ärger mit dem Älterwerden? Der Buchhandel hält ebenso wie der Kurs-Anbieter oder das Fitnessstudio für jede vermeintliche Notlage den passenden Ratgeber bereit. Kai Twilfer grinst: „Mein Rat lautet: Nimm keinen an! Ihr könnt es auch ganz alleine schaffen.“

Zum Beispiel mit dem neuen Buch des Gelsenkirchener Bestsellerautors! Kai Twilfer lächelt verschmitzt: „Es ist ein Anti-Ratgeber!“ Und gesteht: „Okay, zugegeben, irgendwie ist dieses Buch ja auch ein Ratgeber.“ Weil es den Rat vermitteln will, nicht jeden Rat anzunehmen. Und mit ein wenig Nachdenken ist sich der 42-jährige Autor mit großer Liebe zum Ruhrgebiet, seinen Menschen und deren Sprache, sogar sicher: „Mein neues Buch ersetzt gleich 40 Ratgeber!“

Der Vater von Schantall und ihrer prolligen Bagage

Ein perfekt paradoxer Ansatz und, wie stets bei Twilfer, dem Vater von Schantall und ihrer prolligen Bagage Pröllmann, satirisch, bissig-witzig, charmant spitzfindig oder doppelbödig.

Markig-derb klingt eigentlich nur der Buchtitel : „Ein Arschvoll Ratschläge“. Mit dem empfehlenden Untertitel: „Wie wir ohne Klugscheißer viel entspannter leben.“ Was sich als Sachbuch ausgibt, ist in der Tat ein Lachbuch. Eine Sammlung von 16 kurzweiligen Kurzgeschichten, allesamt in der Ich-Perspektive geschrieben. „Ich trete zwar als Ich-Erzähler auf, manches ist aber auch komplett fiktiv.“ Immer aber mit einem kleinen, zündenden Funken Wahrheit, versichert der Autor.

Erst im letzten Jahr sezierte Kai Twilfer genüsslich die Macken seiner Mitmenschen, und natürlich auch seine eigenen, als er im Bastei Lübbe Verlag den Band „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ auf den Markt brachte.

Gegen alle Abnehm-Tipps

Erste literarische Lorbeeren heimste der 1972 in Gelsenkirchen geborene Autor 2012 mit der Geburt seiner Ruhrpott-Figur Schantall ein. Der Band „Schantall, tu ma die Omma winken!“ eroberte im Nu die Spitze der Bestsellerlisten. Als die Schantall-Nummer weitgehend durch war, nahm sich Twilfer „Finn-Luca“ und die Hundebesitzer zur Brust. Der ganz normale Horror von nebenan ist und bleibt das Thema des Erzählers.

Mit jeder Menge fein gedrechseltem Wortwitz

Und jetzt knöpft er sich den penetranten Klugscheißer vor. Mit jeder Menge fein gedrechseltem Wortwitz zieht er gegen die Schlaumeier dieser Welt zu Felde. Denn Besserwissern will er mit seinen Tipps das Wasser abgraben. Vor allem im Selbstversuch. Da wandert der Erzähler mal frohgemut ins Fitnessstudio, mal entert er den Raucherentwöhnungskurs, mal sucht er die Traumfrau auf der Singleparty. Dass die Versuche, gut gemeinte Ratschläge anderer in die Tat umzusetzen, allesamt krachend scheitern, darf man erwarten.

Und die Moral von der Geschicht’? Kai Twilfer benennt sie am Ende so: „Am besten tanzt man immer noch nach seiner eigenen Pfeife.“ Ein sicherlich gut gemeinter Ratschlag!

>> Das aktuelle Buch und die Comedy-Tour

Das 256 Seiten starke Buch „Ein Arschvoll Ratschläge“ ist soeben als Taschenbuch im Verlag Bastei Lübbe erschienen und kostet im Buchhandel 10 Euro. ISBN: 978-3-404-61008-2

Ab Januar geht Kai Twilfer mit neuem Buch auf Comedy-Lesetour. Am 25. Januar macht er um 19.30 Uhr Station in der Stadtbibliothek im Bildungszentrum an der Ebertstraße 19.

Neben den Bestsellern rund um Schantall veröffentlichte Twilfer auch erfolgreich die „111 Gründe, den Ruhrpott zu lieben“.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben