Kabarett & Co.

Brotzeit mit Brunow hat in Gelsenkirchener Flora Nährwert

Thorsten Brunow knüpft an das an, was aktuell in der Welt vor sich geht – und serviert es bei seiner „Brotzeit mit Thorsten Brunow“ in Gelsenkirchen.

Thorsten Brunow knüpft an das an, was aktuell in der Welt vor sich geht – und serviert es bei seiner „Brotzeit mit Thorsten Brunow“ in Gelsenkirchen.

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen-Altstadt.   Zur „Brotzeit mit Brunow“ hatte Kabarettist Thorsten Brunow in Gelsenkirchen in die „Flora“ eingeladen. Es wurde ein Abend mit hohem Nährwert.

Dass Gastgeber Thorsten Brunow sie zum kollektiven Simultankuscheln verleiten würde, hätten die Gäste in der Flora vermutlich nicht erwartet.

Zur „Brotzeit mit Brunow“ hatte Kabarettist Thorsten Brunow vom Theater Gildenast am vergangenen Freitagabend in den Kulturraum „Die Flora“ geladen. Ein bunt-bissiges Programm hatte Brunow für die rund 60 Zuschauer vorbereitet, unterstützt von fünf Sidekicks wie etwa dem mallorquinischen Schlagersänger Franco, dem „vollintegrierten“ Syrer Arif, Luftpianist Esad und Tänzerin Aische.

Satirisch nahmen Brunow und Team allzu überschwängliche Flüchtlingshelfer(innen) („Ich habe jetzt meinen eigenen Syrer!“) oder die esoterische Yoga-Zunft („Wir machen jetzt Yogaaaaaaa“) aufs Korn. Das alles mit einem Augenzwinkern, denn Brunow ist selbst Yoga-Lehrer und als Theater-Regisseur in der Geflüchtetenhilfe aktiv.

Ein Botschafter der Liebe

Die Brotzeit ergänzten melodische Duette von Klavier und Klarinette sowie Schlagersänger Franco, dem „Botschafter der Liebe“ mit weißer Schlaghose, rosafarbenem Rüschenhemd und stark gegeltem Haar.

Der „vollintegrierte“ Syrer Arif bewies seine Vollintegriertheit mit dem Lied „Glückauf, der Migrant kommt“, Schlagerbarde Franco verliebte sich indes auf einem Bauernhof in Buer in ein Kälbchen und lebt mit diesem nun in einer Ein-Zimmer-Wohnung in Erle. Natürlich lebt Franco seitdem vegan und macht ganz viel „Yogaaaaa“.

Von der Kunstfigur zur Privatperson

Schließlich präsentierten Brunow und Franco auf der Bühne den Yoga-Sonnengruß und am Ende lagen sich dank des „Botschafters der Liebe“ alle Gäste kuschelnd in den Armen.

Nach der Vorstellung findet Brunow – von der Kunstfigur zur Privatperson zurückgewechselt – ernstere Worte zum Thema Migration: „Wir Deutsche wollen immer alles passend machen. Doch was wir manchmal vergessen: Wir haben es hier mit Menschen zu tun.“

Die zweite Episode der Brotzeit findet mit wechselnder Besetzung am 29. November abermals in der Flora statt.

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