Orchester

Chefdirigent verlängert Vertrag bei der Neuen Philharmonie

Gratulierte dem GMD Rasmus Baumann zur Verlängerung seines Vertrages als Chef der Neuen Philharmonie Westfalen: Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (r.), Vorsitzender des Trägervereins der Philharmonie.

Gratulierte dem GMD Rasmus Baumann zur Verlängerung seines Vertrages als Chef der Neuen Philharmonie Westfalen: Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (r.), Vorsitzender des Trägervereins der Philharmonie.

Foto: NPW

Gelsenkirchen/Recklinghausen.   Der Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen, Rasmus Baumann, verlängert seinen Vertrag. Er legte zudem seine sechste Spielzeit vor.

Der Generalmusikdirektor ist schlecht bei Stimme, aber bester Stimmung. Obwohl wegen einer schweren Erkältung keuchend und krächzend, freut sich Generalmusikdirektor Rasmus Baumann doch über den richtigen Ton, den er fünf Spielzeiten lang am Pult der Neuen Philharmonie Westfalen gefunden hat. Künstlerisch und wirtschaftlich ging es mit dem Orchester in dieser Zeit in steter Erfolgsspur bergauf. Die Leistung des Taktgebers honorierte der Trägerverein des Landesorchesters jetzt mit einer Vertragsverlängerung für Rasmus Baumann um weitere fünf Jahre. Pünktlich zur Präsentation der neuen Spielzeit.

„Wir haben einen hervorragenden Chefdirigenten, der das Orchester geprägt und weiterentwickelt hat“, lobte Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (CDU), Vorstandsvorsitzender des Trägervereins, das Engagement des künstlerischen Orchesterchefs. Ihn, der seit dem Wintersemester auch eine Professur an der Musikhochschule in Stuttgart inne hat, habe man auf jeden Fall halten wollen: „Wir sind froh, dass er bleibt.“

Spielzeit startet am 1. September

Baumann legte nun in Recklinghausen, dem Sitz der Philharmonie, das Programm seiner sechsten Spielzeit vor: „Ich bin überaus glücklich, diesem einzigartigen Klangkörper weiter als GMD vorstehen zu dürfen.“ Die Erfolge seien nur möglich gewesen mit einem Orchester, welches sich „voll der Musik hingibt“ und welches einfach unfassbar fleißig sei.

Die Spielzeit 2019/20 startet am 1. September, der Kartenvorverkauf für die Gelsenkirchener Angebote beginnt am 28. Mai. Seinen Erfolgslinien bleibt Rasmus Baumann treu. Neu ist die Konzeption des Spielzeitheftes, das erstmals wieder die Programme für die Trägerstädte Gelsenkirchen, Recklinghausen und Kreis Unna in einem Buch bündelt. Ansonsten steht auch diesmal wieder jedes der neun Sinfoniekonzerte unter einem Motto, das den jeweils roten Faden vorgibt. Und es wird einmal mehr neben der klassischen Abo-Reihe kleinere Formate an kleineren Spielstätten geben (darunter im Hans-Sachs-Haus, im Foyer des Musiktheaters und in der Matthäuskirche in Erle), kammermusikalische Angebote, Familien- und die populären Crossover-Konzerte.

Zehn Musikerstellen sind nicht besetzt

Zu einem echten Verkaufsschlager haben sich die Weihnachts- und Silvesterkonzerte entwickelt, auch die legt die Neue Philharmonie in der nächsten Spielzeit wieder auf. Und weil die NPW ein Landesorchester ist, tourt sie auch durch Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Gleich vier Mal werden die Musiker in der Philharmonie Essen spielen, eine Operngala mit Startenor Juan Diego Flórez in Dortmund bestreiten, oder Filmklassiker live in den großen Arenen begleiten. Schon im Juni wird die Neue Philharmonie in der Villa Hammerschmidt in Bonn ein Konzert für den Bundespräsidenten geben.

Und weil eins ins andere greift, steht dem künstlerischen auch der wirtschaftliche Erfolg in nichts nach. Geschäftsführer Jörg Hillebrand: „Wir konnten unsere Einnahmen im letzten Jahr noch einmal steigern.“ Heißt: Das Orchester spielte eine Summe von rund 1,1 Millionen Euro ein. Und das in einer Zeit, in der noch immer der Haustarifvertrag mit gekürzten Gehältern und einer reduzierten Stellenbesetzung gilt. Von 124 Musikerstellen sind bislang nur 114 besetzt. Die Hoffnung, dass die Durststrecke bald vorbei ist, bleibt. Rasmus Baumann: „Wir wünschen uns, ab 2021 wieder in voller Besetzung spielen zu können.“ Denn eines sei auch klar, betonte der GMD Pult: „Mehr, als das, was die Musiker derzeit leisten, mehr geht nicht. Wir haben unsere Grenzen erreicht.“

Musikalische Reisen in der neuen Spielzeit

Das Herzstück der Orchester-Spielzeit ist die Sinfoniekonzertreihe im MiR. An neun Abenden lädt die Philharmonie zu einer thematischen Reise durch die Musikgeschichte ein. Auf dem Programm stehen die großen Sinfonien bekannter Komponisten, aber auch kleine unbekanntere Perlen der klassischen Literatur.

Der Bogen spannt sich von Ausflügen nach Schottland, Russland bis hinauf in den hohen Norden. Die Zuhörer treffen auf Philosophen, Anarchisten, Liebespaare.

Mit „Schottland im Revier“ startet der Reigen am 23. September. Stilecht mit Dudelsackspieler inklusive. Auf dem Programm stehen Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 3, die „Schottische“, Max Bruchs „Schottische Fantasie“ und ein Werk von Peter Maxwell Davies für Orchester und Dudelsack.

Weiter geht es am 21. Oktober mit „Optimismus in D“, unter anderem mit Johannes Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 und dem Konzert für Oboe und Orchester von Richard Strauss (Solist Manuel Bilz).

Im tristen Monat November sorgt das Konzert unter dem Motto „Rhythm is it!“ für gute Stimmung. Am 18. November erklingt u.a. Strawinskys „Le sacre du printemps“. „Russisches Roulette“ spielt die Philharmonie am 9. Dezember (mit Schostakowitsch und Tschaikowsky). Erster Termin im neuen Jahr ist der 27. Januar.

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