Literatur

Knorr: Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ war wunderbar

Der Autor Herbert Knorr präsentierte das Buch „Zechen, Zoff und Zuckerwerk - Kriminelle Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“.

Der Autor Herbert Knorr präsentierte das Buch „Zechen, Zoff und Zuckerwerk - Kriminelle Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Der Gelsenkirchener Krimi-Autor Herbert Knorr, verantwortlich für das Krimi-Festival „Mord am Hellweg“, freut sich über den Mega-Erfolg.

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Am Dienstag wird er noch den berühmten britischen Thriller-Autor Simon Beckett vor ausverkauftem Haus in Kamen begrüßen, und dann ist das 9. Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ endgültig Geschichte. Und Herbert Knorr kann erst einmal durchschnaufen.

Denn der Gelsenkirchener Autor und Literaturwissenschaftler leitet das größte internationale Krimi-Festival mit großer Leidenschaft. „Das zu organisieren und zu begleiten“, sagt der 66-Jährige im WAZ-Gespräch, „ist anstrengend, aber auch ganz wunderbar und beglückend.“

Und überaus erfolgreich. Das bewährte Konzept der Biennale, hochkarätige Lesungen an außergewöhnlichen Orten zu präsentieren, zog in diesem Jahr rund 27.000 Besucher an. An 57 Tagen luden 200 Lesungen an 100 Orte ein. Mit dabei war gleich mehrfach auch Gelsenkirchen, Heimat von Herbert Knorr, der das Festival als Leiter des Westfälischen Literaturbüros gemeinsam mit Sigrun Krauß (Stadt Unna) auf die Beine stellt.

Ein Forum für Weltklasseautoren

Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 spielt Gelsenkirchen mit in der Riege der Städte, die Weltklasseautoren und Newcomern ein Forum geben. Zuletzt las Bestseller-Autor Sebastian Fitzek im Hans-Sachs-Haus.

Zeit zum Durchschnaufen hat der Ückendorfer Knorr allerdings nur kurz, denn nach dem Festival ist vor dem Festival: „Dann beginnt die Vorbereitung für 2020.“ Und weil das Festival den zehnten Geburtstag feiert, verspricht Knorr mordsmäßig spannende Überraschungen. Auf die sich das Publikum bereits freut: „Die Ersten fragen schon jetzt, ab wann man Karten kaufen kann.“

Neben der Vorbereitung des Festivals bringt Herbert Knorr aber auch selbst kriminalistische Geschichten zu Papier. Gerade erst veröffentlichte er die mörderische Weihnachtsgeschichte „Auch Weihnachtsmänner können sterben“ in dem Buch „Zechen, Zoff und Zuckerwerk“, erschienen im Prolibris-Verlag. Ein typischer Knorr-Krimi, deftig, derb, witzig, mit liebevollem Blick auf die Typen des Ruhrgebiets.

Ruhrpott-Sprache pur

Diesmal steht die Type Evelyn im Mittelpunkt. Evelyn aus Schalke-Nord, Nähe Kurt-Schumacher-Straße, „wo die Stickstoffe immer explodieren“. Evelyn geht dem horizontalen Gewerbe nach und liebt es, wenn die Freier zu Weihnachten verkleidet auflaufen. Ein Fimmel, der für den letzten Liebhaber tödlich endet. Nicht, weil das Kostüm nicht hübsch war, sondern weil der Mann Evelyns Weihnachtsbaum auslacht hat.

Die Sprache, Ruhrpott pur, die Geschichte außergewöhnlich aufgebaut, wenn Evelyns Telefonate in die Story einführen. Das Ende: herrlich irre, überraschend schräg und garantiert kein bisschen besinnlich.

Die Heimat Gelsenkirchen als Inspirationsquelle

Inspirieren lässt sich der Autor Knorr tatsächlich von seiner Heimat und deren Menschen: „Ich will über nichts schreiben, was ich nicht kenne.“ Auch sein letzter Roman „Pumpernickelblut“ mit jeder Menge Crime im Altenheim unterhält mit prächtigen deftigen Charakteren. Demnächst geht Knorr mit diesem Krimi erneut auf Lesetour, gemeinsam mit „Mutter Beimer“, der Schauspielerin Marie-Luise Marjan.

In zwei Jahren will der Vielbeschäftigte beim Westfälischen Literaturbüro endgültig in Rente gehen. Um sich dann noch mehr der Literatur zu widmen.

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