Vor der Europawahl

Das wünschen sich Schüler aus Gelsenkirchen für die Zukunft

Auf dem Bahnhofsvorplatz demonstrieren Jugendliche von sieben Gelsenkirchener Schulen im Rahmen von „Fridays for Future“ für mehr Umweltschutz.

Auf dem Bahnhofsvorplatz demonstrieren Jugendliche von sieben Gelsenkirchener Schulen im Rahmen von „Fridays for Future“ für mehr Umweltschutz.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen  Weniger CO2, weniger Fleisch und Greta Thunberg als Vorbild: Vielen jungen Leute ist Politik ein Anliegen. Sie gehen in der City auf die Straße.

. Vivienne Filipczak (16) schwenkt auf dem Bahnhofsvorplatz ein grünes Banner. Sie ist eine von rund 70 Schülern, Eltern und Interessierten, die an diesem Freitag zur „Fridays for Future“-Demo in der Innenstadt gekommen sind. Eigentlich hätte sie jetzt Unterricht. Protestieren für eine bessere Klimapolitik ist ihr aber gerade heute, zwei Tage vor der Europawahl, wichtiger; genau wie jungen Leuten von sechs weiteren Gelsenkirchener Schulen. Das sind ihre Wünsche:

„Ich bin vor kurzem Veganerin geworden. Da habe ich mich auch mit dem Thema CO2-Ausstoß beschäftigt, und was er für das Klima bedeutet. Ich habe in meinem Jahrgang für die ,Fridays for Future’-Demos geworben, habe eine Whatsapp-Gruppe gegründet, ein paar Mitschüler habe ich heute auch mitgebracht.“ (Vivienne Filipczak, 16, Gesamtschule Buer.)

Zu viele Menschen wählen rechts

„Das Klima ist das wichtigste Thema überhaupt. Aber es interessieren sich viel zu wenig Menschen dafür. Das möchte ich ändern, darum bin ich hier. Bei der Europawahl werden wieder viel zu viele Menschen rechts wählen. Das darf nicht so bleiben.“ (Lasse Block, 16, Max-Planck-Gymnasium)

„Ich bin davon überzeugt, dass es so nicht weitergehen kann. Ich bin hier, um für das Klima zu streiken. Wir haben untereinander sehr viele politische Diskussionen. Wir sind uns einig, dass sich etwas ändern muss.“ (Tobias David, 18, Gauss-Gymnasium)

Fehlen wird nicht mehr entschuldigt

„Wir müssen aus der Kohle aussteigen, so schnell wie möglich. Wir fahren zu viel Auto, wir machen unsere Erde kaputt. Manche unserer Lehrer finden es auch gut, dass wir demonstrieren gehen statt zum Unterricht. Entschuldigt wird das Fehlen aber mittlerweile nicht mehr, weil manche Eltern sich bei der Schulleitung beschwert haben.“ (Josephine Bluoss, 17, Evangelische Gesamtschule)

„Ich denke, wenn man ein Mensch ist, der sich den Klimawandel mit offenen Augen anguckt, dann kann man eigentlich nur sehen, wie fatal die Umstände eigentlich sind. Ich bin Vegetarier geworden, weil ich die Fleischindustrie nicht mehr länger unterstützen will. Und ich kenne viele, die das aus denselben Gründen auch gemacht haben. Weit verbreitet ist inzwischen auch, viel bewusster mit Plastikmüll umzugehen.“ (Vincent Skrog, 18, Schalker Gymnasium)

Videos von Greta Thunberg angeschaut

„Für mich ist alles mit der ersten Demo hier in Gelsenkirchen am 15. März ins Rollen gekommen. Da habe ich angefangen, mich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. Habe mir die Videos mit Greta Thunberg angeschaut. Ich selber versuche, weniger mit dem Auto zu fahren, nehme statt dessen öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, habe immer eine Glasflasche dabei.“ (Elisa Smoczyk, 18, Schalker Gymnasium)

„Auch wenn ich noch nicht wählen darf, finde ich die Europawahl wichtig. Denn hier werden ja auch die Weichen gestellt für die zukünftige Klimapolitik. Die Rechten dürfen nicht zu viele Stimmen bekommen.“ (Max Greese, 17, Max-Plack-Gymnasium)

Kandidaten im Kreuzfeuer

Nach der Kundgebung zogen die Demonstranten von „Fridays for Future“ weiter zum Neumarkt. Hier fand eine Diskussionsrunde mit Teilnehmern verschiedener Parteien statt, die zum Teil auch im Europaparlament vertreten sind. Prominenter Gast war Ex-AfD-Chef Bernd Lucke, der sich heute von der AfD distanziert und für die Liberal Konservativen Reformer (LKF) im Europäischen Parlament sitzt.

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