Der Druck ist größer geworden

Die geplante Erweiterung der Deponie Emscherbruch ist höchst umstritten. Wirtschaftsschutz kontra Bürgerschutz. Ein Kommentar.

Die Verbrennung von Ölpellets, das Herabregnen von Koksstaub, die Lagerung von Müll auf der Zentraldeponie – in Gelsenkirchen, Herne und Bottrop hat sich massiver Widerstand dagegen gebildet. Gut so. Denn das Vorgehen von Unternehmen und Aufsichtsbehörden darf als kritikwürdig bezeichnet werden. Mit fortschreitender Forschung und Wissenschaft wächst auch die Erkenntnis, dass vieles, was früher als unbedenklich eingestuft und allerorten erlaubt wurde, nach heutigem Wissen eine Gefahr darstellt. Asbest, PVC, Nikotin, Autoabgase und vieles mehr.

Unverständlich, warum im Fall der Zentraldeponie Ministerien und Behörden bislang Übliches nicht hinterfragten und Plangenehmigungen durchgewunken wurden. Das fördert den Eindruck, dass Genehmigungsverfahren und Gesetze nicht dem Schutz von Bürgern dienen, sondern mehr wirtschaftlichen Interessen. Immerhin, der Aufklärungswillen ist dank öffentlichen Drucks und kritischer Berichterstattung groß geworden. Mehr aber auch nicht. Am 30. Oktober beschäftigt sich der Umweltausschuss des Landtages mit der Deponie. Prognose: Am Ende schlucken Anwohner und Deponiebetreiber Kröten, die Menschen vor Ort aber die dicksten.

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