Gesellschaft

DRK Gelsenkirchen stemmt seit 125 Jahren die Nothilfe

 Als Gründungsmoment des Roten Kreuzes gilt die Versorgung von verwundeten Soldaten. Heute ist die Palette immens gewachsen.

Als Gründungsmoment des Roten Kreuzes gilt die Versorgung von verwundeten Soldaten. Heute ist die Palette immens gewachsen.

Foto: DRK / Kreisverband GE

Gelsenkirchen.  DRK präsentiert zum Jubiläum eine Rettungsshow und Markt der Möglichkeiten. Aus der „Sanitätscolonne“ wurde der moderne Wohlfahrtsverband.

Drei Buchstaben, eine stattliche, weltweite Geschichte: DRK. In Gelsenkirchen stehen hinter der Arbeit des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes inzwischen 400 ehrenamtliche, 2200 Fördermitglieder und 200 hauptamtliche Mitarbeiter, die bei den verschiedensten Anlässen eingesetzt werden. Und das seit stattlichen 125 Jahren vor Ort, beginnend mit einer „Sanitätscolonne“, die vor allem durch die wachsende Industrialisierung und der Gefahren am Arbeitsplatz in Fabriken und Bergwerken immer häufiger zu Hilfeleistungen herangezogen wurde.

In inzwischen 189 Ländern der Welt gibt es eine nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft. Damit ist die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die größte humanitäre Organisation der Welt. Der Weltrotkreuztag am 8. Mai erinnert an den Geburtstag von Henry Dunant, Schweizer Geschäftsmann, Philanthrop und Friedensnobelpreisträger im Jahr 1828.

Augenzeuge im Sardinischen Krieg

Auf Dunants Vorstellung von Humanität und der Idee, dass Menschen ihren Mitmenschen helfen, die in Not geraten sind, fußt die Gründung des Roten Kreuzes vor über 150 Jahren, ungeachtet von Herkunft, Religion und Hautfarbe. Dunant war Augenzeuge der Schlacht bei Solferino in Norditalien, auf seine Initiative hin wurde im August 1864 die erste „Genfer Konvention“ von zwölf europäischen Ländern anerkannt. In Solferino wurden am 24. Juni 1859 bei der wohl blutigsten militärischen Auseinandersetzung seit der Schlacht von Waterloo bis zu 30.000 Soldaten verwundet oder getötet.

Fünf Schutzzeichen und Symbole

In der weltweiten Gemeinschaft engagieren sich rund 100 Millionen freiwillige Helfer. Allein in Deutschland gibt es rund vier Millionen Ehrenamtliche. Die fünf Schutzzeichen und Symbole der Bewegung sind Rotes Kreuz, Roter Halbmond, Roter Kristall, Roter Löwe mit Roter Sonne, Roter Davidstern.

42 Mann stark ist die „Erste Sanitätscolonne vom Rothen Kreuz“ unter Oberarzt und Sanitätsrat Dr. Carl Falkenberg. Mit „Samariterkursen“ begann in Gelsenkirchen die Geschichte des DRK-Kreisverbandes. Schon 1907 wurden Großübungen auf der Zeche Rheinelbe, Schacht 3 in Ückendorf durchgeführt. Schon damals ging es um die Versorgung und den sicheren Transport verletzter Bergleute. 1925 wurd die Jugendorganisation, das JRK, gegründet.

Geschäftsstelle in Schalke-Nord

Die dunkle Zeit ab 1933 erfasste auch das Rote Kreuz, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird die Wohlfahrtsorganisation schrittweise gleichgeschaltet und instrumentalisiert. Kernaufgabe wird die Unterstützung des Heeres-Sanitätsdienstes. Im zweiten Weltkrieg sind über 600.000 DRK-Kräfte im Einsatz, neben der Verwundetenhilfe auch in der Betreuung von Umsiedlern und Flüchtlingen. Nach dem Kriegsende 1945 lösten die alliierten Siegermächte das DRK auf, 1950 wird das DRK in der Bundesrepublik in Koblenz neu gegründet, 1951 erkennt die Bundesregierung das DRK offiziell an.

Die Geschäftsstelle des Kreisverbandes Gelsenkirchen wird 1967 in Schalke-Nord eingerichtet, an der Adresse „Im Sundern 15“ wird im ehemaligen Kindergarten der Sitz der Geschäftsstelle eingerichtet. Dort ist er auch noch heute.

2019 kauft der Kreisverband ein Grundstück an der Ostpreußenstraße in Hüllen, dort entsteht die erste DRK-Kindertagesstätte in Gelsenkirchen, im Bereich der „Intensiv-Pflege“ steht in der Geschäftsstelle ein umfangreicher Umbau an.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben