Konzertabend

Eine Winterreise im Frühling in Gelsenkirchen

Der Gelsenkirchener Pianist Michael Gees gestaltet einen Konzertabend zu Schuberts Winterreise - gemeinsam mit dem Tenor Julian Prégardien.

Der Gelsenkirchener Pianist Michael Gees gestaltet einen Konzertabend zu Schuberts Winterreise - gemeinsam mit dem Tenor Julian Prégardien.

Foto: Foto: Martin Möller / FFS

Gelsenkirchen.   Die beiden Musiker Michael Gees und Julian Prégardien gestalten eine alternative „Winterreise“. Spielort ist das Gelsenkirchener Schloss Horst.

Zu einer „Alternativen Winterreise“ im Frühling laden der Gelsenkirchener Komponist und Pianist Michael Gees sowie der Tenor Julian Prégardien am Mittwoch, 29. Mai, ein: In der Glashalle von Schloss Horst an der Turfstraße 21 soll dann Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ in ungewöhnlicher Form erklingen.

Musikalische Zeitreise

Beide Musiker begeben sich damit auf eine Zeitreise durch die Musikgeschichte. „Julian Prégardien ist genau wie ich immer auf der Suche nach neuen Impulsen und hat bei seiner Recherche ein altes Programmheft einer Soirée von Clara Schumann und Julius Stockhausen vom 27. November 1862 gefunden, bei der beide in Hamburg im Großen Würmerischen Saal die Winterreise mit Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach und Clara Schumann selbst im Wechsel gespielt haben. Diese Tradition möchten wir gerne wieder aufleben lassen“, erzählt Michael Gees.

Zuhörende sollen auf Erkundungstour gehen

„Wir haben, dem Beispiel von Julius Stockhausen, dem „Erfinder“ des Liederabends, und Clara Schumann folgend, die ‘Winterreise’ in einen sinnvertiefenden Kontext geeigneter Kompositionen und Improvisationen gestellt und gewähren Räume, in denen aus Zuhörern Winterreisende werden können. Wir fragen uns, wie das einst Selbstverständliche über hundert Jahre lang als verwegen hat gelten können“, fügt Gees hinzu und fühlt sich in den musikalischen Ausflügen der letzten Jahre bestätigt: „Das, was wir in unseren Programmen gemacht haben, war also gar nicht so abwegig, wie viele Skeptiker anfangs dachten“, sagt er schmunzelnd.

Inzwischen erfreuen sich die ungewöhnlichen Liederabende einer stetig wachsenden Beliebtheit. Parallel dazu arbeitet Michael Gees an einem CD-Projekt mit der Mezzosopranistin Bella Adamova, bei dem Lieder und Extempores nach Gedichten und Kompositionen von Alexander Blok, Benjamin Britten, Joseph Freiherr von Eichendorff, Pavel Haas, Marie Howe, Gustav Mahler und Modest Mussorgsky im Mittelpunkt stehen. Die Veröffentlichung ist für den Herbst geplant.

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