Die gute Nachricht

„Feuer & Flamme“ ist echter Imagegewinn für Gelsenkirchen

Das Team der Gelsenkirchener Feuerwehr, das bei der zweiten Staffel der Erfolgs-Doku „Feuer und Flamme“ des WDR mitgemacht hat. 

Das Team der Gelsenkirchener Feuerwehr, das bei der zweiten Staffel der Erfolgs-Doku „Feuer und Flamme“ des WDR mitgemacht hat. 

Foto: Lars Heidrich

Gelsenkirchen.   Bis zu 450.000 Zuschauer hat die Doku „Feuer und Flamme“ im TV. Im Netz knackt die Staffel über die Gelsenkirchener Feuerwehr die Millionenmarke.

So viele Zuschauer können sich einfach nicht irren: „Feuer & Flamme“, die neunteilige Dokumentation über den Arbeitsalltag der Gelsenkirchener Feuerwehr, ist ein Erfolg. – für Stadt und Retter gleichermaßen ein großartiger Imagegewinn. Die Einschaltquoten lagen zuletzt bei 6,3 bis 8,3 Prozent, das entspricht 170.000 bis 450.000 Zuschauern. Online knackt die Doku sogar locker die Millionengrenze.

Was macht diese Serie zum Publikumsmagneten? Nun, da gibt es viele Faktoren. Der wichtigste dürften die Floriansjünger selbst sein – die Retter bilden einen Querschnitt durch alle Altersgruppen und Typen – vom Neuling bis hin zum Routinier, vom Single bis zum Familienvater, vom Temperamentsbolzen bis hin zur sprichwörtlichen Ruhe in Person. Sie alle eint: Sie tragen ihr Herz auf der Zunge, da wird Tacheles geredet – nicht drumherum.

Authentisch, nicht zugespitzt

Das ist ehrlich, nötigt vielen Fans großen Respekt ab vor diesen engagierten Menschen, die sich tausendfach für das Leben und die Gesundheit anderer in Gelsenkirchen einsetzen. Beispielsweise Achim Berkenkötter, Sprecher der Bundespolizei Dortmund: „Ich liebe diese Serie. Authentisch, ungeschönt – einfach toll.“

Ein nicht unerheblicher Erfolgsfaktor ist auch der technische Aufwand, der betrieben wird. Bis zu 57 Kameras, Body-Cams an der Montur der Feuerwehrmänner eingeschlossen, liefen teilweise gleichzeitig bei den Einsätzen. Das eröffnet ungewohnte, neue Blickwinkel, etwa den Blick in die Flammenhölle aus erster Reihe. Der Live-Charakter ist daher hoch, auch wenn die zweieinhalb Monate dauernden Dreharbeiten bereits im Frühjahr 2018 stattfanden.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die im WDR-Format meist gut sichtbare Distanz. Pietät wird groß geschrieben. Hier wird kein Betroffener zur Schau gestellt, medial entblößt an den Pranger gestellt durch zuspitzende Off-Kommentare – die Doku kommt einzig und allein mit O-Tönen der handelnden Feuerwehrleute aus.

Als Beispiel dafür mag dieser nicht gezeigte Einsatz dienen: Der Notfall einer älteren Frau, die in einem mit Zentralverriegelung verschlossenen Auto wartend einen Herzinfarkt erlitt, sich aus dem Wagen aber nicht befreien konnte. Drama pur, spektakulär auch, aber am Ende kein Beitrag, weil es der Geretteten unangenehm war, im TV aufzutauchen.

Im Prinzip freut sich ja jeder, wenn Rettung naht. Die hilflose Katze im Baum ist Helfern und Kamerateam genauso wichtig wie die Massenkarambolage. Auch das ist ein Erfolgsgeheimnis der Serie. Man könnte auch sagen: Immer da, immer nah – die Feuerwehr.

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