Pendler

Gelsenkirchen: IG BAU fordert Entschädigung für Pendler

Laut einer Umfrage fahren 25 Prozent der Bauarbeiter länger als eine Stunde zum Arbeitsort. Und das ohne dafür bezahlt zu werden. 

Laut einer Umfrage fahren 25 Prozent der Bauarbeiter länger als eine Stunde zum Arbeitsort. Und das ohne dafür bezahlt zu werden. 

Gelsenkirchen.  Viele der rund 2100 Bauarbeitern aus Gelsenkirchen haben weite Wege zur Arbeit. Warum IG BAU-Chef Nieißing dafür nun eine Entschädigung fordert.

Ein Großteil der rund 2100 nimmt teils lange Pendelstrecken in Kauf – ohne die Zeit für die Fahrten vergütet zu bekommen. Darauf weist nun die Gewerkschaft IG BAU hin.

Bauarbeiter zählen zu den Rekord-Pendlern in der Region. Um zur Baustelle zu kommen, haben sie nicht nur besonders weite Wege. Die Einsatzorte ändern sich auch ständig. Darunter leiden Familie, Freunde und Freizeit“, sagt Georg Nießing, Bezirksvorsitzender der IG BAU Emscher-Lippe-Aa.

Laut Studie: Bauarbeiter fahren 64 Kilometer zur Arbeit

Erstmals solle es nun eine Entschädigung der sogenannten Wegezeiten am Bau geben. Das fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde, die am 25. Juni in Wiesbaden fortgesetzt wird.

Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts legen Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück. In der repräsentativen Umfrage unter 4800 Bau-Beschäftigten gab jeder Vierte an, mehr als eine Stunde zur Einsatzstelle unterwegs zu sein – plus Rückfahrt. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern betrifft das nur fünf Prozent.

Wichtiges Signal auch für Berufsanfänger

Georg Nießing fordert die Baufirmen dazu auf, den Einsatz ihrer Mitarbeiter anzuerkennen: „Mobiles Arbeiten gehört natürlich zum Bau dazu. Es wird immer woanders gebaut. Aber dann müssen Bauarbeiter für die Fahrerei immerhin eine Entschädigung bekommen – entweder durch Geld oder Zeit-Guthaben.“

Damit könne die Bauwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten. „Berufsstarter überlegen sich dreimal, ob sie in einer Branche anfangen, in der sie mehr Zeit im Bulli als zu Hause verbringen.

Weitere Artikel finden Sie hier.

Oder folgen Sie der WAZ Gelsenkirchen auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben