Musik & Literatur

Gelsenkirchen: Konzertlesungsreihe Congenial trifft Herzen

Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo zog bei der Konzertlesung „Congenial“ in der Kellerbar des Gelsenkirchener Consol-Theaters das Publikum mit Stücken von Robert Schumann in seinen Bann.

Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo zog bei der Konzertlesung „Congenial“ in der Kellerbar des Gelsenkirchener Consol-Theaters das Publikum mit Stücken von Robert Schumann in seinen Bann.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Bismarck.  Auch der zweite Teil der neuen Veranstaltungsreihe „Congenial“ im Gelsenkirchener Consol-Theater zeigte, dass das Konzept bestens funktioniert.

Mit seiner neuen Reihe „Congenial“ erobert das Consol-Theater die Herzen von immer mehr Kulturinteressierten. Die Verschmelzung von Literatur und Musik zu einem stimmigen Gesamtpaket funktionierte auch bei der zweiten Konzertlesung in dieser Reihe am Freitagabend bestens. Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo sorgte in der Kellerbar mit Stücken von Robert Schumann für einen perfekten musikalischen Rahmen zur Lesung der Autorin Susan Kreller, die Passagen aus ihrem Buch „Pirasol“ vortrug.

Die Idee zu dieser Reihe hatten die Macher des Consol-Theaters gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK) erarbeitet. Dieser Verein hat seinen Sitz in Münster und vergibt regelmäßig Förderpreise in den Kategorien Bildende Kunst, Literatur und Klassische Musik. Mit Autorin Kreller und Pianist Yeo trafen nun zwei Preisträger der vergangenen Jahre aufeinander.

Gelsenkirchen: Autorin Susan Kreller traf auf Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo

Susan Kreller lebt in Bielefeld, ist eine renommierte Kinderbuchautorin und Trägerin des Deutschen Jugendbuchpreises. Mit Pirasol hat sie ihren ersten Roman für Erwachsene vorgelegt“, sagte GWK-Geschäftsführerin Susanne Schulte in ihren einführenden Worten. Pianist Jun-Ho Gabriel Yeo lebt in Münster und studiert seit 2016 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover bei Professor Bernd Goetzke. Der bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnete 21-Jährige hat schon in zahlreichen großen Konzerthäusern der Republik gastiert.

Im krassen Gegensatz dazu stand der Auftritt am Freitagabend: Denn die Kellerbar des Consol-Theaters verströmte ein sehr intimes, nahbares Ambiente. Künstler und Publikum sind hier nur wenige Meter voneinander entfernt. Die stimmungsvolle Beleuchtung in roten und weißen Lichttönen ist ein Verstärker für diese angenehme Atmosphäre. Und diese genossen auch die Künstler sichtlich.

Mehrere Stücke des Komponisten Robert Schumann gespielt

Der Pianist geleitet zum Auftakt die Besucher mit dem Klavierstück „Träumerei“ aus dem 13-teiligen Zyklus „Kinderszenen“ in den Abend. Es fällt auf, dass Yeo auf große Gesten oder andere Exzentrizitäten komplett verzichtet, sondern sich stattdessen mit geschlossenen Augen und sanftem Griff in die Tasten seinem präzise perlenden Spiel hingibt. Später lässt er Schumanns fünfteilige „Gesänge der Frühe“ erklingen.

Werke dieses Komponisten standen auch deshalb im Mittelpunkt, weil sie in Krellers Roman „Pirasol“ eine generationenübergreifende Schlüsselrolle einnehmen. Entsprechende Passagen aus ihrem Buch trug die Autorin konzentriert und gut akzentuiert vor. Nach zwei Stunden voller Abwechslung ernteten beide Künstler den ebenso großen wie verdienten Applaus. Georg Kentrup, der Leiter des Consol-Theaters, deutete bereits an, dass diese neue Reihe auch in der kommenden Spielzeit fortgesetzt werden könnte. „Wir prüfen derzeit, ob sie ein fester Bestandteil unseres Angebots werden kann“, so Kentrup.

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