Filmpreis

Gelsenkirchener „Elternschule“ für Filmpreis Lola nominiert

Einer der drei besten Dokumentarfilme in Europa im vergangenen Jahr: Die Doku über die Arbeit der Gelsenkirchener Elternschule.

Einer der drei besten Dokumentarfilme in Europa im vergangenen Jahr: Die Doku über die Arbeit der Gelsenkirchener Elternschule.

Foto: Dietmar Langer

Buer/Berlin.   Die Filmdoku zur Arbeit der „Elternschule“ hat es in die Endrunde zum Filmpreis Lola geschafft. Zur Freude der Gelsenkirchener Kinderklinik.

Die viel diskutierte Film-Dokumentation zur „Elternschule“ an der Kinder- und Jugendklinik am Bergmannsheil Buer hat es in die Endrunde, das heißt unter die drei Nominierten beim Europäischen Filmpreis „Lola“ in der Sparte Dokumentarfilm geschafft. Der Film begleitet kleine Kinder mit schweren psychosomatischen Störungen unkommentiert bei der dreiwöchigen Therapie, in die die Eltern mit eingebunden sind, und den späteren Wieder-Vorstellungen in der Klinik.

Bei der Verleihung der „Lola“ entschied sich die Jury letztlich zwar für „Fathers and Sons“, eine Dokumentation über einen Anhänger des Islamischen Staats, der seine Söhne im Grundschulalter auf den Dschihad vorbereitet. Für den Psychologen Dietmar Langer, der bei Erscheinen des Kinofilms mit viel – oft stark emotionalisierter – Kritik an seinen Therapiemethoden konfrontiert war, ist die Nominierung nun auch eine schöne Würdigung für seine Arbeit.

Klaus Kleber betont bei Lola-Verleihung Bedeutung

„Klaus Kleber hat bei der Preisverleihung in Berlin als Laudator bei der Vorstellung unseres Films auch explizit die große gesellschaftliche Bedeutung unserer Arbeit betont“, freut er sich über das Lob für den Film und die Arbeit mit den schwer kranken Kindern. Der Diplom-Psychotherapeut war selbst in Berlin bei der Verleihung, gemeinsam mit der Filmcrew war er dazu eingeladen worden.

Mittlerweile, so Langer, sei es zwar ruhiger geworden, die „zum Teil sehr unfaire und unsachliche Kritik“ sei abgeebbt. Positiv wirke die Nominierung, die mit 100.000 Euro für den Produzenten Ingo Fliess verbunden ist, aber nicht nur für Fliess und die Regisseure Jörg Adolph und Ralf Bücheler. Auch sein Therapiekonzept für Kinder mit extremen Regulationsstörungen sei dadurch noch stärker nachgefragt.

Viele Nachfragen für Vorträge

„Ich erfahre ohnehin viel Zuspruch den vielen Eltern, denen wir helfen konnten und auch von Experten. Aber jetzt haben auch universitäre Einrichtungen, Fachgesellschaften und Kliniken mich noch stärker als sonst zu Vorträgen eingeladen“, berichtet Langer. Einen Termin für die Ausstrahlung des im Kino extrem erfolgreichen Films im ARD-Fernsehen gibt es derzeit noch nicht. Die Filmförderung beharrt auf die Sperrfrist von einem Jahr für die Ausstrahlung von geförderten Kinofilmen im Fernsehen.

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