Missbrauchsverdacht

Gelsenkirchener Schule: Missbrauchsverdacht weitet sich aus

Außenaufnahme des Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer.

Außenaufnahme des Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer.  Das Gelsenkirchener Max-Planck-Gymnasium löscht nach einem neuen Hinweis auf Missbrauch die Lehrerseite von der Homepage. Direktor erhielt Anruf.

Das Gelsenkirchener Max-Planck-Gymnasium in Buer kommt nach der Suspendierung eines des Missbrauchs beschuldigten Lehrers nicht zur Ruhe. Nachdem am Mittwoch ein Informant der WAZ von einem weiteren Verhältnis eines Gymnasiallehrers mit einer Schülerin berichtet hat, ist bei Schuldirektor Thomas Henrichs am Donnerstagvormittag ein anonymer Anruf eingegangen, bei dem ihm der Name des zweiten Lehrers genannt worden ist, der eine Beziehung mit einer Schülerin eingegangen sein soll. Darauf hat die Schule umgehend die Schulaufsichtsbehörde, die Bezirksregierung in Münster, sowie die Elternschaft informiert.

Bezirksregierung im zweiten Verdachtsfall eingeschaltet

In der Mail an die Eltern heißt es: „Wie Sie der Ausgabe der WAZ vom 23.05.2019 entnehmen konnten, steht der Verdacht im Raum, dass ein weiterer Lehrer unserer Schule einen privaten Kontakt zu einer Oberstufenschülerin gepflegt haben solle. Mir als Schulleiter wurde am heutigen Morgen durch einen anonymen Anruf der angebliche Name der Lehrkraft mitgeteilt.“ Der Oberstudiendirektor bat die Eltern um Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen mehr weitergegeben würden. „Seitens der Pressestelle der Bezirksregierung Münster ist eine Stellungnahme in Vorbereitung.

Schulleiter Thomas Henrichs und seine Stellvertreterin Cirsten Scharf versicherten in dem Schreiben den Eltern außerdem, dass „seitens der oberen Schulaufsicht als auch unserseits alles dafür getan wird, dass Ihre Kinder angstfrei unsere Schule besuchen können und dass wir einen störungsfreien Unterrichtsalltag ermöglichen.“

Staatsanwaltschaft könnte ein zweites Ermittlungsverfahren einleiten

Am Donnerstagmittag hatte die zuständige Staatsanwaltschaft Essen noch mitgeteilt, dass es im erstgenannten Fall keine neuen Erkenntnisse gebe. Auch dass ein weiterer Lehrer beschuldigt wird, war der Behörde unbekannt. Spätestens am Nachmittag änderte sich allerdings die Lage. Denn die Bezirksregierung teilte gegen 15.40 Uhr durch ihren Sprecher Andreas Winnemöller mit, dass „die Staatsanwaltschaft über die neuen Anschuldigungen informiert wurde“.

Ein weiteres Ermittlungsverfahren hinsichtlich des Missbrauchs Schutzbefohlener könnte also eingeleitet werden. Zunächst aber wird dem Beschuldigten die Gelegenheit gegeben, Stellung zu beziehen. „Denn zunächst gilt die Unschuldsvermutung“, so Winnemöller. Entgegen anders lautenden Gerüchten ist der zweite Lehrer daher noch nicht vom Dienst suspendiert worden. Auch muss die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe erst noch eingehender prüfen.

Namensliste und Bilder des Kollegiums gelöscht

Nichtsdestotrotz: Das Max-Planck-Gymnasium hat auf seiner Homepage die Liste mit Namen und Bildern des Kollegiums gelöscht. Wohl eine Vorsichtsmaßnahme.

Die dienst- und disziplinarrechtlichen Angelegenheiten aus dem Bereich der Bezirksregierung Münster werden seit dem Jahr 2007 an einer zentralen Stelle im Hause geführt. Seit dieser Zeit hat es nach Auskunft der Bezirksregierung Münster keine disziplinarrechtlichen Fälle mit Verdacht auf sexuellem Missbrauch an Gelsenkirchener Gymnasien gegeben.

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