Stadtteilkultur

In Rotthausen wächst eine kleine Kunst-Kolonie auf Dahlbusch

Die Gewächshaus-Galerie bietet eigene Reize für die Künstler bei der Vernissage der Ausstellung „Can your hear me“ im Metropolengarten.

Die Gewächshaus-Galerie bietet eigene Reize für die Künstler bei der Vernissage der Ausstellung „Can your hear me“ im Metropolengarten.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FFS

Gelsenkirchen-Rotthausen.  Das Festival „Querbeet 2.0“ im Metropolengarten ist mit einer Vernissage, Musik und Tanz gestartet. Die Gestaltung des Geländes nimmt Form an.

Überraschungen bietet der Metropolengarten auf Dahlbusch allemal. Der unbedarfte Besucher glaubt sich nicht auf einem ehemaligen Zechenareal, und die Natur hat sich in 30 Jahren vieles vom ehemaligen Garten rund um den Wohnsitz des Generaldirektors der Zeche zurückerobert. Das bietet für die zweite Ausgabe des Kulturfestivals „Querbeet 2.0“ eine reizvolle Kulisse. Die Werke von neun Künstlerinnen der Ausstellung „Can your hear me“ sind zum Teil in den Gewächshäusern zu sehen, Musik und Tanzperformance gibt’s von und auf der Bühne mittendrin im Grünen zu Grillwürstchen und Flaschenbier.

In den Gewächshäusern sind Bilder und Collagen von neun Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt. Unter dem Motto „Can You Hear Me“ sind Hülya Demir-Cimen aus Mönchengladbach, Frollein Suomi aus Krefeld, Annette Fihlon aus Bad Oeynhausen, Iris Bohnen aus Mönchengladbach, Serena Landriel aus Hagen, Elisabeth Brunen aus Mönchengladbach und Ahang Nakhaei aus Essen vertreten. Als Erweiterung zur Betrachtung der Rolle und des Selbstwertgefühls von Frauen ist Aziz El Khair aus Wuppertal außerdem im Team, Kurator Helmut Warnke zeigt eigene Werke zu seinem Thema „Macht euch die Erde untertan“.

Inspiration für den Stadtteil

Bürgermeisterin Martina Rudowitz, selbst aus Rotthausen, hatte zur Eröffnung festgestellt: „Das tut dem ganzen Stadtteil gut“, wenn durch das Festival Menschen zusammengeführt würden. Der Metropolengarten behaupte so auch seinen Stellenwert als Treffpunkt, gerade auch durch die Arbeit mit Kindern. Für den weiteren Verlauf des zweiten Festivals ermunterte Rudowitz: „Kommen Sie, lassen sie sich inspirieren!“

Helmut Warnke, umtriebiger Organisator, war vor zwei Jahren schnell überzeugt, als er das Gelände entdeckte und erlebte. Sein Gedanke: „Hier musst du doch eigentlich was machen.“ In seinem Netzwerk und per Facebook weckte er das Interesse von weiteren Kreativen, die an der ungewöhnlichen Stelle im Süden der Stadt etwas, und vor allem ganz Unterschiedliches auf die Beine stellen.

14 Parzellen im Moment bewirtschaftet

So wächst etwas auf dem großen Areal und dient den Ideen des Vereins „Metropolengarten“ und dem Projekt als Nährboden. 16 Quadratmeter kann hier jeder Interessierte bewirtschaften, aber: „Kein Zaun, keine Hütte, keine Feuerstelle,“ zählt der zweite Vorsitzende Hans-Georg Wilting am Rande der Festival-Vernissage auf. 14 Parzellen werden hier zurzeit ganz unterschiedlich genutzt, weiterer Raum ist da, große Ziele sowieso.

Remise und Kutscherhaus im Blick

Denn der Verein hat eine Kaufoption bei der NRW.Urban, dem Grundeigentümer, und von Anfang an sein Auge auf die Pflege des dörflichen Erbes in Rotthausen geworfen, speziell auf die Remise und das historische Kutscherhaus. Wilting lächelt gleichermaßen versonnen wie begeistert, wenn er die Ideen skizziert: Eine Gastronomie mit Freisitz auf der Dachterrasse und offener Küche sowie Open-Air-Bühne, Ateliers zur Miete im reizvollen, wenn auch jetzt verwahrlosten Kutscherhaus.

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