Lehrerversorgung

Leichte Entspannung bei den Lehrerstellen in Gelsenkirchen

An den Grundschulen in Gelsenkirchen liegt die Besetzungsquote bei den freien Stellen aktuell bei 60 Prozent.

An den Grundschulen in Gelsenkirchen liegt die Besetzungsquote bei den freien Stellen aktuell bei 60 Prozent.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Gelsenkirchen.  Aktuell sind 200 von 271 freien Lehrerstellen in Gelsenkirchen besetzt. Gut sieht es an Gymnasien aus. Probleme haben Grund- und Förderschulen.

Der Quartalsendspurt bei den Lehrereinstellungen im Kalenderjahr 2019 macht sich bemerkbar: Zum Stichtag 15. November hat sich die Besetzungsquote gegenüber Mitte des Jahres deutlich verbessert. Mitte Mai standen 139 Stellen an Gelsenkirchener Schulen zur Verfügung, 62 konnten bis dahin auch besetzt werden. Aktuell sind 200 von 271 Stellen besetzt, die Quote stieg somit von 44,60 auf 73,80 Prozent. Indes: Gut ist sie damit immer noch noch nicht, liegt aber auf dem Gesamtniveau des Regierungsbezirks Münster (73,87 Prozent).

Sekundarschule Hassel hat sechs Stellen vergeben

Der Trend 2019 setzte sich auch im vierten Quartal fort: Bei den Gymnasien und an der Sekundarschule Hassel ist die Lage vergleichsweise entspannt bis gut, Mitte November stiegen hier gar die Besetzungsquoten auf 100 Prozent. Für sechs von sechs Stellen an der Sekundarschule und alle 13 an den Gymnasien fanden sich passende Kandidaten. Probleme bleiben an Grund-, Förder-, Real- und Hauptschulen.

100 Prozent an den Gymnasien besetzt

An den Grundschulen in Gelsenkirchen fehlen fehlen 34 Lehrkräfte (85 Stellen, Besetzungsquote 60 Prozent). Insgesamt sah dort die Situation bis Mitte des Jahres noch wesentlich dramatischer aus: Mitte Februar wurden nur 8 von 43 Stellen besetzt, im Mai waren es 17 von 59 (Quoten 18,60 und 28,81 Prozent). Nur für 17 von 28 Stellen fanden sich an den Realschulen passende Bewerber, knapp unter 60 Prozent blieb auch die Quote bei den Förderschulen. Nur für 13 der 22 Stellen gab es Personal, vier der 15 Lehrerjobs an den Hauptschulen blieben ebenfalls unbesetzt.

Vergleichbar gut, auch im Bezirksschnitt, ist die Situation an Berufskollegs und Gesamtschulen. Gelsenkirchen kommt hier auf Besetzungsquoten von 96,77 und 83,09 Prozent. 58 Lehrkräfte fanden sich für die Kollegs, 123 im gesamten Jahr 2019 für die Gesamtschulen. Insgesamt, so die Bilanz der Bezirksregierung, standen Mitte des Monats bezirksweit 1397 Stellen zur Verfügung, für 1032 gab es passende Lehrerinnen oder Lehrer.

Tolle Botschaft für Gelsenkirchen

Die aktuellen Zahlen sind aus Sicht von Bildungsdezernentin Annette Berg „höchst erfreulich und eine tolle Botschaft“, vor allem wenn man sehe, „dass wir von einem Februar-Wert kommen, der noch bei 26,6 Prozent lag. Münster hatte damals eine Besetzungsquote von 46 Prozent. Und jetzt trennen uns nur noch vier Prozent. Das ist ja fast nix mehr.“ Für Berg spricht der Zuwachs für „wachsende Chancengleichheit“, aber auch „für die Situation an unseren Schulen“. Letztlich sei das auch „eine gute Unterstützung“ und bestätige die geleistete Arbeit

In der Regel gibt es in jedem Jahr vier Einstellungstermine für Lehrkräfte „jeweils zum Schulhalbjahreswechsel im Februar und August sowie zum Ende des Vorbereitungsdienstes der Referendare im Mai und November. Neben diesen Regeleinstellungsterminen werden Lehrerstellen bei Bedarf ausgeschrieben“, erklärt Ulla Lütkehermölle. Damit, erklärt die Pressesprecherin der Bezirksregierung, geben die Zahlen „nicht die Gesamtbesetzungsquoten der Schulen und der Lehrerstellen wieder, sondern beziehen sich ausschließlich auf die tatsächlich erfolgten Neueinstellungen zum jeweiligen Stichtag“.

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