Krankenhäuser

Marienhospital: Kardiologie arbeitet in vollem Umfang

Hendrik Nordholt, einer von zwei Geschäftsführern der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH.

Hendrik Nordholt, einer von zwei Geschäftsführern der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services

Gelsenkirchen.  Besorgte Anrufe erreichen das Marienhospital Gelsenkirchen: Wie geht es weiter mit der Kardiologie? Doch das Haus sendet beruhigende Botschaften.

Seit Donnerstag melden sich beim Marienhospital Gelsenkirchen verstärkt Patienten, die sich besorgt und verunsichert nach dem Zustand der Kardiologie erkundigen. „Wie geht es weiter?“, wollen viele wissen. Dass die Abteilung binnen kürzester Zeit die Abschiede von Chefarzt, vier Oberärzten und mehreren Mitarbeitern verkraften muss, hat sich bis nach Paderborn rumgesprochen. Von dort habe sich laut Krankenhaus eine Frau erkundigt, ob die geplante Operation denn stattfindet.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Die Botschaft, die Hendrik Nordholt am Donnerstag aussendet, ist eindeutig: „Wir haben in der Kardiologie 140 Betten und wir können 140 Betten betreiben.“ Der Geschäftsführer der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, zu der das Marienhospital in Ückendorf gehört, will den Patienten die Sorge nehmen, dass die Abteilung nicht mehr handlungsfähig sei. Die Stellen von drei Oberärzten seien bereits zum 1. August nachbesetzt worden. „Einer geht noch, auch dessen Stelle wird nachbesetzt.“

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? „Dass wir uns vom Chefarzt Dr. Christoph Jensen getrennt haben, kam zu spät“, sagt Nordholt. Nach seinen Angaben aber noch rechtzeitig genug, um eine weitere Kündigungswelle zu verhindern. Jensen hatte erst im Sommer 2018 die Nachfolge des langjährigen Chefarztes Prof. Dr. Heiner Blanke übernommen. Doch das in ihn gesetzte Vertrauen konnte Jensen nicht erfüllen. Im Gegenteil: Es häuften sich die Beschwerden von Patienten und niedergelassenen Ärzten, wie Nordholt unumwunden zugibt. „Aber sich nach nur einem Jahr von einem neuen Chefarzt zu trennen, ist wegen der Außenwirkung auch ein gewisses Risiko.“

Oberärzte wandern geschlossen an die Evangelischen Kliniken

Vermisst habe er warnende Hinweise der Oberärzte. Stattdessen erhielt er irgendwann die Nachricht, dass gleich mehrere Mediziner und andere Mitarbeiter nicht nur geschlossen das Haus verlassen, sondern auch noch an die Evangelischen Kliniken (EVK) in Gelsenkirchen wechseln. Dort soll die Kardiologie deutlich ausgebaut werden – was bedeutet: neue Konkurrenz, nur ein paar Hundert Meter Luftlinie entfernt. „Das muss man sportlich nehmen“, so Nordholt. Allerdings: „Persönlich finde ich es schade, weil wir die Ökumene besser und weiter ausarbeiten wollten. Insofern stelle ich mir schon die Frage: Wo besteht da die Absicht?“

Dass Patienten dem Marienhospital künftig den Rücken kehren könnten, weil sie den ihnen vertrauten Ärzten in die EVK folgen, sieht auch Nordholt. „Ich gehe davon aus, dass das kurzfristig der Fall sein wird. Angst habe ich aber keine.“

Neuer Chefarzt soll Ende September vorgestellt werden

Einen neuen Chefarzt wird St. Augustinus voraussichtlich Ende September vorstellen. Nordholt: „Das Marienhospital ist deutschlandweit bekannt für seine Kardiologie. Dadurch ist es nicht schwer, einen Nachfolger zu finden. Wir befinden uns zurzeit in Gesprächen.“

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