Lokalfestival

„Mixtape“ mit Bands, Solisten und Chören aus Gelsenkirchen

Die Formation „Lemon Gnade“ machte den Eisbrecher beim neuen „GE Mixtape Festival“ in der Kaue, bei dem die Sache mit dem „Mixen“ sehr wörtlich genommen wurde.

Die Formation „Lemon Gnade“ machte den Eisbrecher beim neuen „GE Mixtape Festival“ in der Kaue, bei dem die Sache mit dem „Mixen“ sehr wörtlich genommen wurde.

Foto: Olaf Fuhrmann

Gelsenkirchen-Hessler.   Das erste Musikfestival „Mixtape GE“ mischt in der Kaue in Gelsenkirchen Bands und Stilrichtungen. Selbst der Gospel-Chor fügt sich nahtlos ein.

„Stammtische sind einfach doof“ bekräftigt Julian Rybarski auf der Bühne der Kaue, und nicht nur der Applaus gibt ihm Rückenwind, sondern vor allem das, „was Musiker viel lieber machen, als über Musik zu reden“: Musik machen. Und die über 60 Instrumentalisten und Vokalisten der elf Bands und Gruppen, die das erste „Mixtape GE“-Festival bestreiten, belegen das an zwei Abenden eindrucksvoll. Die Mischung macht den besonderen Reiz aus und zeigt, was möglich ist, wenn man seinen Horizont etwas weiter ansetzt. Oder ganz weit.

„Als die alle Samstag wach wurden, ist ‘ne richtige Lawine im Internet losgegangen“, erzählt Jenny D. Madly freudestrahlend vom ersten Abend und dem ersten Morgen danach. Zusammen mit den Songwritern Julian und Manuel Blaze hatte sie in der Gelsenkirchener Szene erfolgreich geworben. „Gelsenkirchen ist voll von Musik, von Ideen, von Musikern, solo, in Chören und in Bands, und es ist an der Zeit, diese Szene zusammenzuführen und ihr eine Bühne zu bieten und sie zu feiern.“

Ein Jahr lang auf den Mix vorbereitet

Ein gutes Jahr haben sie an dem Programm gearbeitet, und heraus gekommen ist ein erstaunlicher Mix. „Alle haben einfach mal geguckt, was machen die anderen, wollen wir mit denen was machen und was können wir daraus machen“, erzählen Julian und Denise von Jenny D. Madly. Gut drei Stunden verspricht das Line-Up, und bei den Genres kommt erstes Staunen auf: Folk, Pop, R&B, Rap, Gospel, Soul und Heavy Metal in dichter Abfolge, und das nicht als Contest, sondern im künstlerischen Austausch.

Damit noch nicht genug, verraten die „Eisbrecher“ des Abends, „Lemon’Gnade“, dass sie sogar extra für Mixtape neben gängigen Coverstücken eigene Songs eingespielt haben. Als besonderen Dank für die wohl jüngste Band des Festivals bekommen sie ein Poster mit allen Unterschriften, und geben zurück: „Das war mega cool hier und für uns ein großer Schritt in unserer Entwicklung. Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr ja schon hier wieder.“

Chanson und Heavy Metal vereint auf der Bühne

Den noch etwas größeren Schritt unternahm allerdings das Chanson-Duo Val’n’Tin gemeinsam mit „One Step To Abyss“, einer ausgewiesenen Heavy Metal-Formation. Fast poetisch leitete Sängerin Valérie Jammes über das schöne Wetter des Wochenendes zum Sonnenschein über. Und ließ es um so mehr und unvermutet krachen bei der Premiere und dem gemeinsamen „(hier kommt die) Sonne“ von Rammstein.

Den treffenden Kommentar liefert der St. Barbara-Gospel-Chor für alle: „Es war quasi absolut szenial“. Man hört sich wieder.

Wiedersehen bei der „Szeniale“ in Ückendorf

Der Erfolg und der Spaß an der Mischung spornen an: Was die Gelsenkirchener Musikszene alles im Ärmel hat, wollen die Kreativen vom Mixtape-Festival gleich noch einmal beweisen.

Treffpunkt Ückendorf in hoffentlich wieder wechselnder Besetzung ist bei der „Szeniale“ am 13. Juli.

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