Gesundheit

Neuer Förderverein öffnet Türen für Krebsbetroffene

Irmgard Rehm, Psychoonkologin, und Dr. Razvan Galalae, Chefarzt der Radio-Onkologie, haben die Ansätze für den Förderverein „Kraft zum Leben" sehr vielfältig gefasst.

Irmgard Rehm, Psychoonkologin, und Dr. Razvan Galalae, Chefarzt der Radio-Onkologie, haben die Ansätze für den Förderverein „Kraft zum Leben" sehr vielfältig gefasst.

Foto: Michael Korte / FFS

Gelsenkirchen-Altstadt.  „Kraft zum Leben“ will an den Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen den Austausch zwischen Patienten und auch Medizinern fördern.

Die „Tür“ als Sinnbild bekommt in den Evangelischen Kliniken an der Munckelstraße eine besondere Rolle: An der Tür zu Irmgard Rehms Büro, das ganz in lebendigem Grün gehalten ist, prangen die bunte Angebote des neuen Fördervereins „Kraft zum Leben“. Gemeinsam mit Dr. Razva Galalae, Chefarzt der Strahlentherapie, und fachübergreifend dem Team des ganzen Hauses, geht sie die psychische und psychosoziale Unterstützung von Krebspatienten und deren Angehörigen auf neuen Wegen an. „Für diese Art der Grenzüberschreitung zwischen den Disziplinen dürfen wir nicht nur durch eine Tür schauen,“ betonen sie.

Eine zweite Meinung einholen

Der Radioonkologe unterstreicht, es müsse selbstverständlich sein, gerade bei der Diagnose Prostatakarzinom den Urologen mit einzuschalten, über die drei oder vier Behandlungsformen allein der Strahlentherapie aufzuklären, „und auch für uns eine zweite Meinung einzuholen. „Das bedeutet, eine personalisierte Medizin mit individuell angepassten Behandlungen zu entwickeln.“ Dazu gehört dann auch, auf Angebote zurückzugreifen, die es „in Köln oder Duisburg gibt“, nicht einmal im eigenen Haus, „und nicht nur für Privatpatienten.“

Offen versteht sich in mehrfacher Hinsicht auch der gerade gegründete Förderverein „Kraft zum Leben“, ob für Patienten jeden Stadiums, vor oder nach Operation oder Therapie, betroffene Angehörige und sogar, „wenn sie sich den Mitgliedsbeitrag nicht leisten können. Darüber können wir reden“, betont die Vorsitzende Irmgard Rehm.

Achtsamkeitstraining und Entspannungsübungen

„Wir müssen den Menschen aber auch nahe bringen: Es gibt noch ein normales Leben,“ was sich vielleicht

gerade im Kontakt und Austausch unter den Patienten ergibt, „denn die, denen es gut geht, die trifft man ja kaum.“ Die Psychoonkologin versteht sich als Wegbegleiterin, setzt interdisziplinär auf die Erfahrungen und Möglichkeiten von Schmerztherapeuten, Physio- und Aromatherapeuten und eines Seelsorgers. Nicht von Ungefähr steht auf ihrer Haben-Seite auch ein Gruppenangebot für Achtsamkeitstraining, Entspannungsübungen oder mit Klangschalen. Oder des ausgebildeten Therapiehundes Janosch mit seinen flexiblen Arbeitszeiten.

Die Info-Broschüre blättert die Ansätze der Möglichkeiten auf, und sie steht unter dem Sinnspruch Franz Kafkas: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

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